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Sonntag, 14 Januar 2018 21:27

Tag 2 : Zu viel Schnee ...

Tatsächlich – irgendwann in der Nacht ist der Regen in Schnee übergegangen, so dass uns heute Morgen eine dicke Schneedecke erwartet hat. Bis ich meine Teilnehmer am Nachmittag vom Flughafen abhole ist noch etwas Zeit und der Tag beginnt mit einem ordentlichen Frühstück. Es ist in Island übrigens üblich, zum Frühstück verschiedene Heringssalate zu reichen, häufig mit Curry und gesüßt oder mit roter Bete, Nelken und Zwiebeln. Ich kann nur empfehlen, diese zu probieren.

Gegen Mittag schnappten wir uns den Tourbus und befreiten ihn mangels eines besseren Werkzeugs mit einer alten Telefonkarte von Eis und Schnee. Merke – Mietautos in Island haben zwar Spikes an den Rädern aber keinen Eiskratzer an Bord. Der Himmel hatte inzwischen eine bedrohliche Schwarzfärbung angenommen und bildete einen fotografisch interessanten Kontrast zur schneebedeckten Landschaft. Was fotografisch interessant ist, muss nicht notwendigerweise gut für den Verkehr sein und folgerichtig brach wenig später ein regelrechtes Unwetter los. Zum Flughafen ging es nur noch im Schneckentempo vorwärts und wir waren froh, den schemenhaften Umrissen des Vordermanns folgen zu können.



Statt 45 Minuten brauchten wir die doppelte Zeit nur um festzustellen, dass unsere Schneetour völlig umsonst war. Was war geschehen? Nachdem wir zwischendurch immer wieder die nach hinten rückende Ankunftszeit unserer 4 Teilnehmer aus Frankfurt verfolgten, sorgte bald ein kleines Detail für Irritationen. Statt Ankunft in Reykjavik stand plötzlich als Zielflughafen wieder Frankfurt am Display.


Ohje - Lufthansa aus Frankfurt wird wohl nicht ankommen...

Wie wir später erfahren sollten, wurden unsere armen Teilnehmer nach ein paar Schleifen über Island aufgrund des schlechten Wetters wieder nach Frankfurt zurückgeflogen. Von Frankfurt nach Frankfurt in nur 8 Stunden! Morgen müssen wir daher ein bisschen umplanen. Nach ein paar Stunden schafften es zumindest Sabine und Jörg aus Zürich zu landen und mit uns ins Hotel zu fahren. Inzwischen hatte der Schneesturm nachgelassen und Reykjavik begrüßte uns zwar mit Wolken aber glasklarer Sicht. Willkommen in Island! Daher beschlossen wir nach einem kurzen Abendessen uns mit Kamera, Stativ und Bus in die Stadt zu begeben und die ersten Fotoaufnahmen zu machen. Für mich ist das die ideale Gelegenheit, die fotografischen Seiten der Teilnehmer kennenzulernen. Für die Teilnehmer, die Eignung ihrer Kleidung zu prüfen.


Die Harpa bei Nacht lässt sich wunderbar mit Spieglung und Langzeitbelichtung fotografieren.

Nach einer kurzen Einstimmung am Sonnenschiff, konnten wir uns tatsächlich an der Harpa austoben und stimmungsvolle Langzeitbelichtungen mit Spiegelung ausprobieren. Den Abend beschlossen wir dann an der Hallgrímskirkja, dem höchsten Kirchengebäude Islands und natürlich auch das Wahrzeichen von Reykjavik, die übrigens gar nicht so leicht abzulichten ist. Morgen müssen wir früh das Hotel verlassen, damit wir unser Tagespensum schaffen, bevor wir unsere in Frankfurt gestrandeten Teilnehmer hoffentlich einsammeln können.


Einfach super!

Nach einer kurzen aber ruhigen Nacht ging es heute ganz zeitig um 7 Uhr zum Frühstück. Nachdem wir alle verfügbaren Möglichkeiten durchgesprochen hatten, haben wir uns entschieden, den Tag leicht gestrafft so durchzuziehen wie geplant. Gegen Nachmittag wollten wir dann die Sturmflieger in Keflavik am Flughafen einsammeln und am Abend gemeinsam am Skogarfoss stehen. Das hat natürlich unsere kleine Workshopgruppe vor Ort gefreut und so machten wir uns sogar überpünktlich mit 8 Minuten Vorsprung auf die Piste in Richtung Süden.

Voller Tatendrang ging es tief im Dunkeln Richtung Hveragerði und ich stimmte die Teilnehmer schon mal über das Mikrofon (ja wir lernen auch dazu) auf die fotografischen Gegebenheiten vor Ort ein. Nach nur 45 Minuten hatten wir den Ort erreicht und es ging direkt mit Stativ und Kamera bepackt an die richtige Belichtung der beleuchteten Gewächshäuser. Sehr bedacht keine Spuren in den Schnee zu treten haben sich die Workshopteilnehmer sehr rücksichtsvoll immer wieder abgesprochen, wer wo stehen möchte und wie man sich positionieren kann, so dass man niemanden behindert. Was bei 3 Teilnehmern noch gut funktioniert wird bei 7-9 Fotografen durchaus zu einer logistischen Meisterleistung.


Gewächshaus zur blauen Stunde in Hveragerði

Der eiskalte Wind zog seine Bahnen über dem Schnee und schob uns immer wieder eisige Wolken über das Motiv. Leider nur nicht immer zur richtige Zeit und so mussten wir Fotografen auf Wind hoffen oder uns selbst Wind machen. Der Himmel färbte sich langsam von schwarz zu dunkelblau und der erhoffte Effekt von gelb-orange beleuchteten Gewächshäusern verstärkte sich in der blauen Stunde auf das Maximum.


Nach einer kurzen Rast im von einer Erdbebenspalte durchzogenen Einkaufszentrum von Hveragerði fuhren wir auf der Ringstraße weiter Richtung Seljalandsfoss. Der schöne Wasserfall liegt direkt an der Ringstraße und besteht eigentlich aus 3 Wasserfällen, die in einigem Abstand an einer Felswand hinabstürzen. Da alle guten Dinge offenbar 3 sind, gibt es auch 3 Besonderheiten. Zum einen befindet sich der Besucher nicht oberhalb des Wasserfalls, sondern dort wo die Wassermassen mit ungeheurer Wucht auf den Boden treffen. Außerdem ist es im Sommer möglich, um den Wasserfall herumzugehen.


Details am Seljalandsfoss

Der vereiste Klettersteig war allerdings gesperrt. Die dritte Besonderheit ist schon fast ein kleines Geheimnis. Denn der letzte der Wasserfälle stürzt innerhalb eines Canyons nach unten, den man im Sommer betreten kann und ein ausgesprochen malerisches Motiv ergibt. Allerdings ist die Beleuchtung im Winter ungünstig, da der Wasserfall auf der der Sonne abgewandten Seite liegt und durchaus eine fotografische Herausforderung darstellt. Die steigende Anzahl der Touristen kommt erschwerend hinzu. Es wurde mit Graufiltern und Big Stoppern experimentiert, auf dem eiskalten Boden gerobbt um zugefrorenen Gräser im Detail darzustellen und über die Schönheit der Natur gestaunt. Allerdings ist uns aufgefallen, dass es zu den letzten Jahren eine Veränderung gibt, die Isländer haben durchaus erkannt, was Touristen brauchen und reagieren dementsprechend. Sie brauchen vor allem mehr Regeln – es gibt mehr Schilder und einen Parkticketautomat für stolze 700 ISK. Aber sollten die Touris frieren oder Hunger haben ist auch gesorgt, neuerdings gibt es eine Souvenir und Pulloverhütte und einen Imbisswagen. Was mir vor 10 Jahren in Islands Natur völlig undenkbar schien, ist jetzt die Realität.

Weiter ging es im Eiltempo entlang der Südküste zu einer ganz besonderen Pferdeweide. Der Besitzer ist Besuchern nicht abgeneigt, vertraut seinen Pferden offensichtlich sehr und lässt seine große Herde schon seit vielen Jahren auf der Weide mit offenem Gatter grasen. Die besten Voraussetzungen also um schöne Pferdebilder ohne störenden Zaun zu bekommen. Was anfänglich ganz einfach aussah, stellte sich doch als schwieriger heraus, da die Tiere ein unglaubliches Interesse an uns zeigten, mehrere große Pferde mit kleineren Fohlen kamen ganz nah heran, gingen auf Tuchfühlung, beschnüffelten, beknabberten und beschleckten und die Teilnehmer mussten schnell umdisponieren und sich auf Nahfotografie und Weitwinkel einstellen. Wir waren umzingelt von den schönen und neugierigen Tieren und überall sah man nur dickes Fell zwischen strahlenden Touristen und Fotografen stehen. Was für ein wunderschönes Erlebnis. Als Dank hatten sich die stolzen Islandpferde ein Eis ausgesucht ; Marke festgefrorener Kotflügel und Scheibenwischer. Für uns also eine kostenlose Autowäsche.


Unsere Pferdewaschanlage auf dem Weg zum Skogafoss

Anschließend ging es weiter zum Skogafoss, wo wir mit den Teilnehmern eine weitere Fotosession einlegten den leeren Bus zurück nach Reykjavik schickten, um endlich den Rest unserer Gruppe abzuholen.


Der malerische Skogafoss ist im Winter stark vereist.

Nach einem leckeren Abendbrot und einer lockeren Vorstellungsrunde waren alle noch bereit, unseren spannenden abendlichen Programmpunkt zu absolvieren. Und das hat sich mehr als gelohnt. Der Skogafoss liegt in einem Felsenkessel und ist ebenfalls ebenerdig zu erreichen. Gegen 22 Uhr sattelten wir gewissermaßen unsere Fotorucksäcke und begaben und gespannt Richtung Wasserfall der in der stockdunklen Nacht kaum auszumachen war. Nach einigem Hin und Herr und sortieren von Stativen, Teilnehmern und Touristen probierten wir uns an Fotos mit Langzeitbelichtung, die den Wasserfall recht spektakulär zu Geltung brachten. Und dann kam neben dem fantastischen Firmament als Krönung des Tages und zur Begrüßung unserer neuen Teilnehmer ein wunderbares Nordlicht über den Rand gekrochen. Optimal war, dass die meisten bereits ihre Kameraeinstellung gemacht hatten und ungetrübt den Ausblick genießen konnten.


Manchmal muss man auch Glück haben und ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort wie bei unserem Nordlicht am Skogafoss.

Was für ein Abschluss. Morgen geht’s Richtung Gletscherlagune. Ich bin gespannt, was uns dieser Tag bringen wird.

Dienstag, 16 Januar 2018 20:37

Tag 4 : An der Südküste

Heute morgen haben wir zunächst die Stimmung durch ein kleines Tetris-Spiel aufgelockert, indem wir erst die Koffer und anschließend uns selbst in unseren Tourbus gepuzzelt haben. Das hat gut funktioniert und los ging es zum nur 200m entfernten Skogafoss in der blauen Stunde. Pünktlich zur Ankunft des ersten Touribusses hatten wir alle Aufnahmen im Kasten und machten uns auf den Weg weiter nach Osten. Diese Strecke ist bekannt für starke seitliche Winde und auch jetzt machten Schneeschwaden die Straße fast unsichtbar. Sofort kam arktisches Feeling bei uns auf.


Eisige Winde fegen Schnee über die Straße. Nichts für Fotografenfinger aber für die Augen!

Bis auf die Tatsache, dass unsere Teilnehmer ab und zu die Scheiben freikratzen mussten (von innen), konnten wir die Landschaft bei herrlichem tiefen Sonnenlicht genießen. Natürlich mussten wir in Laufskálavarða halten und unsere glückbringende Steinpyramide bauen. Und das hat sich gelohnt! Der Tag bescherte uns Sonne und unglaublich gute Fernsicht – quasi ein Markenzeichen des isländischen Winters. Immer wieder legten wir kleinere Fotostopps auf der Strecke und machten gegen Mittag Rast in Kirkjubaerklaustur, auch um endlich auch der Keramikabteilung einen kleinen Besuch abzustatten. Leider kam zur gleichen Zeit ein großer Reisebus an und schnell bildete sich eine ordentliche aber viel zu lange Schlange am einzigen Örtchen. Daher disponierten wir kurzerhand um und begaben uns erstmalig zum Infozentrum, wo uns eine kleine aber schöne Ausstellung über die mannigfaltigen Erscheinungsformen von Moos auf Lava erwartete. Sehr empfehlenswert. Nach einer Portion Tee, Würstchen und der fantastischen isländischen Milchspezialität Skyr (ja – gibt es auch in Deutschland, ist aber trotzdem nicht das Gleiche ;o) ging es zur Gletscherzunge des Svinafeljökull, Dort machten wir die verblüffende Erfahrung das es im Jahre 2018 doch noch ein landschaftliches Highlight in Island fast ohne Touristen gibt. Nur ein paar versprengte Bewunderer der spektakulären Eislandschaft genossen mit uns die Gletscherwelt.


Detail am Gletschersee des Svinafelsjökull

Auch hier wurden wir daran erinnert, dass es nicht ungefährlich ist, die Natur in Island zu bestaunen. Die hohen Felswände an den Seiten ließen regelmäßig Schauer von Eisbrocken auf uns herabregnen, die die Sonne vom Stein absprengte. Zusätzlich war der ohnehin halsbrecherische Pfad komplett vereist und niemand hatte Lust seine Abreise vertikal zu gestalten und im vereisten Gletschersee zu landen. In der Dämmerung gelangten wir schließlich am Gletschersee Jökulsarlon an und konnten das restliche Licht noch zum Fotografieren der Gletscherbruchstücke nutzen.


Am Kiosk an der Gletscherlagune gibt es die erstaunlichsten Fahrzeuge zu bewundern.

Diesmal war die Lagune, an der schon Filme wie „Tomb Raider“ und „James Bond: Die Another Day“ gedreht wurden, relativ leer und nur wenige Eisblöcke dümpelten im Gezeitenstrom. Anschließend ging es zurück ins Hotel, wo wir nach einem schmackhaften Abendbrot endlich zu unserer ersten Bildbesprechung kamen. Island, gleiche Locations, 7 Fotografen, gleiches Licht: macht was? Genau! Lauter verschiedene, spannende Bilder von den gleichen Orten. Toll! Thema waren heute Ecken und Kanten (nicht wahr Harald?) sowie Vorder- und Hintergrundbetonung und Linienführung. Morgen geht’s auf ins Eis – und zwar wortwörtlich. Bis dahin – vielen Dank fürs Lesen meines Blogs.

Mittwoch, 17 Januar 2018 21:27

Tag 5 : Ab ins Eisland

Heute ist Island-Tag pur! In der Morgendämmerung ging es zu unserem Treffpunkt mit unserem Gletscherguide Jon, denn auf dem Programm stehen Gletscherhöhlen im Vatnajökull. Wir hatten heute außerdem die Ehre Wiederholungstäter bei Kristin Leske - photography Tours zu begrüßen. Offensichtlich hatten Uschi und Christian letztes Jahr so ein Spaß mit uns, dass Sie sich zusammen mit Freunden mit großer Begeisterung für useren Eis-Tag angemeldet hatten. So bestiegen wir unser heutiges Gefährt, einen isländisch-deutschen Unimog mit hohem Erlebniswert.


Unser Gletschergefährt mit Jon - einem waschechten Isländer

Jon ist übrigens im zweiten Leben Goldschmied in Reykjavik, scheint aber für sein Leben gern auf Gletschern herumzufahren. Und schon ging es los mitten durch die Gletschermoräne. Seit Tagen hatte es nicht geschneit und der Regen letzte Woche hatte die Landschaft in steingraue Geröllhaufen verwandelt. Nach einer amüsanten Schaukelpartie begaben wir uns zur ersten Höhle, die in den letzten Jahren fast 100 Meter unter den Gletscher führte. Durch die kürzlich gestiegene Aktivität des Orafajökull, dem Vulkanmassiv unter dem Vatnajökull, wurde diese Höhle allerdings vom Schmelzwasser geflutet und war nicht mehr begehbar. Harald begab sich auf Entdeckertour und nutzte die sich bietende Gelegenheit um herauszufinden, was sich unter dem dünnen Eis befand.


Das sind Haralds Füße. Kann jemand den Unterschied erkennen ?

Jetzt wissen wir, dass es sich um erstklassige Schlammbrühe handelte. Anschließend marschierten wir zu einer Schmelzmulde im Eis, die wir von außen kaum wahrgenommen hatten. Innen offenbarte sich ein begehbarer aquamarinfarbener Palast mit zahlreichen Eisfluchten. Zwischenzeitlich mussten wir nachschauen, ob unsere Fotografen noch da waren, so sehr vertieften sich unsere Spezialisten in die zahlreichen Motive und Strukturen. Die Teilnehmern hielten die Luft an um nicht das Makroobjektiv zu verwackeln und konzentrierten sich auf kleine tausend Jahre alte, eingeschlossene Luftbläschen im Eis und suchten nach tierähnlichen Skulpturen.

Detail einer Schmelzmulde im Gletscher.

Jon legte aber noch ein weiteres Highlight nach. Nachdem wir von unserer kurzen Gletscherbesteigung zurück zum Auto kamen, zeigte er uns, was sein alter Unimog drauf hat. Wir waren uns zwischenzeitlich nicht ganz sicher, ob er wirklich einen Weg folgte oder einfach nur für die nächste Marsmission trainierte. Das Navi zeigte nur noch eine weiße Schneeplatte an. Wir fuhren teils auf dem Gletscher, teils auf der Steinmöräne davor. Er bezwung unglaubliche Steilhügel und wir wurden durchgeschüttelt wie verrückt und begrüßten jede einzelne Bodenwelle mit großem Hallo.


Unsere Fotokurs-Teilnehmer am Fuße des Vatnajökull - gleich geht's los in eine eisige Zauberwelt

Wo fuhren wir nur hin ? Irgendwann hielten wir im Nirgendwo aber anscheinend auf einem offiziellen Parkplatz für Island-Allradgefährte, denn zwei weitere Tourfahrzeuge standen recht einsam vor einer grauen Geröllwüste. Jon winkte uns nach kurzem Sicherheitscheck ermunternd zu und wir stürzten ihm voller Erwartungen entgegen. "Stürzen" muss ich leider auch im wahrsten Sinne schreiben, denn einer von unseren Wiederholungstätern verhakte sich unglücklich zwischen den Steinen und brach sich beim Sturz das rechte Handgelenk. Was für eine Aufregung. Mitten auf dem Gletscher mehr als 40 Minuten von der Straße und weitere 70 km vom nächsten Krankenhaus entfernt. Wir versorgten unseren tapferen Pechvogel und fixierten seinen Arm mit einem Schal und einem Stativ. Fotografen wissen sich eben zu helfen. Trotz der Schmerzen, die er gehabt haben muss, entschied er, dass wir mit der Gruppe trotzdem weiter fotografieren sollen. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken und mitteilen, dass wir das sehr bewundern und ihm hoch anrechnen. Kleine Anmerkung : Ihm geht es gut. Der Bruch war glücklicherweise nicht kompliziert und er konnte am Abend wieder mit Links Bier trinken.

Jon führte uns über einen kleinen zugeforenen Schmelzwassersee und anschließend in eine wunderschöne Eishöhle. Dort hätte man sicherlich den ganzen Tag verbringen können und Beispielbilder könnt ihr hier bestaunen. Unsere Teilnehmer gaben alles. Steinhügel wurden erklommen und manche robbten zentimeterweise durch den Schutt, während kurz über ihnen die blaue Eisdecke schimmerte. Was für ein Erlebnis! Trotzdem mussten wir uns irgendwann "loseisen" und auch eingedenk unseres kranken Gastes zurückfahren. Jon schaffte es tatsächlich, wie auf rohen Eiern zu fahren und das Ungetüm fast schaukelfrei durch die Geröllwüste zu manövrieren.


 
Weiteres Detail am Strand mit schwarzer Vulkanasche auf Eis.
Kein Eisblock gleicht dem anderen - und jeder ist ein Fotomotiv

Zurück an der Gletscherlagune ging es für unsere Wiederholer nach Höfn ins Krankenhaus und für uns an den schwarzen Strand, der von uns liebevoll Eiswürfelstrand genannt wurde. Hier waren vor allem Makrofotografie und Langzeitbelichtungen mit Vordergrundbetonung Thema, dass sehr gut umgesetzt wurde. Den Tag beschlossen wir wieder mit einem guten Abendessen und einer großen Bildbesprechung, obwohl wir schon ganz schön müde aus der Wäsche schauten. Wir alle waren froh das der Nordlicht-Check mit Null Aktivität über Island angezeigt wurde und wir beruhigt ins Bett gehen konnten. Mit der fotografischen Ausbeute und Qualität der Bilder war ich aber sehr zufrieden und ich bin stolz, dass meine Teilnehmer mit eiserstarrten Fingern und Engelsgeduld es schaffen, solche tollen Fotos zu machen. Bis morgen dann - wieder von der Südküste...

Donnerstag, 18 Januar 2018 21:27

Tag 6 : Am Strand

Heute hatten wir einen Reisetag mit vielen kleinen Fotostopps geplant, da wir eine längere Strecke bis Vík í Mýrdal an die Südküste fahren wollten. Für Raphael ging der Tag wie auch gestern etwas früher los. Nicht etwa, weil er noch Hausaufgaben erledigen musste, sondern weil er schlicht und einfach nicht daran gedacht hatte, das eine Stunde Zeitverschiebung einzurechnen ist. So hatte er wenigstens das Frühstücksbuffet für sich allein. Im Dunkeln ging es also los auf der Ringstraße Richtung Westen. Relativ schnell mussten unsere Teilnehmer im Bus wieder die Scheiben freikratzen, um etwas sehen zu können - und zwar von innen! Heute konnte man sich im wahrsten Sinne des Wortes seine vier Buchstaben abfrieren. Als kleine Aufgabe mussten heute unter anderem Gräser vor schwarzem Untergrund fotografiert werden.


Modern und passend für das Hotelfoyer. Eine super Aufnahme mit ein bisschen experimentieren. Großartig!

Harald legte sich wieder richtig ins Zeug beziehungsweise auf den Boden. Das nenne ich mal Einsatz! Nach einem weiteren Stopp hielten wir an einem kleinen aber sehr hübschen Wasserlauf mit kleinen Stufen, an dem sich unsere Teilnehmer mit Linienführung, Langzeitbelichtung, Vordergrundbetonung, Makro und so weiter austoben konnten. Hier trat auch der sogenannte Magneteffekt wieder auf. Anscheinend wirkt ein Qualitätsfotohalt unserer Gruppe magnetisch auf Touristenautos, die sonst einfach vorbeigefahren wären.


Der kleine Wasserlauf mit Langzeitbelichtung gut in Szene gesetzt.

Obwohl wir zu Beginn für uns allein waren, sah schon kurze Zeit später die Haltebucht aus wie ein Supermarktparkplatz am Freitagabend. Ein Phänomen, was wir schon häufiger während unserer Reise erlebt hatten. Vordergrundbetonung war auch Motto des „Kirchenpflasters“ in Kirkjubæjarklaustur bevor wir uns zur Schlucht Fjaðrárgljúfur begaben.


Die Basaltsäulen von Kirkjubæjarklaustur mal ganz anders in Szene gesetzt.

Letztes Jahr noch waren wir die einzigen Besucher des malerischen Canyons. Diesmal tummelten sich aber zahlreiche vor allem jüngere Touristen an diesem interessanten Ort, da die Generation-Selfie durch das Video zu Justin Biebers Song „I’ll show you“ darauf aufmerksam gemacht wurde. Harald fand die ganze Szenerie offenbar auch sehr umwerfend, denn er begab sich schon wieder zu Boden. Diesmal allerdings unfreiwillig, als er auf dem spiegelglatt überfrorenen Weg ausrutschte. Glücklicherweise kam er mit dem Schrecken davon, aber sein Objektiv hat leider gelitten. Trotzdem: besser Glas als Knochen.


Schönes Detail in der Schlucht Fjaðrárgljúfur.

Nach der Schlucht mussten wir uns allerdings sputen, den schwarzen Strand von Vik zu erreichen. Ich hatte die Teilnehmer schon im Bus über die Gegebenheiten der Location aufgeklärt und mögliche Motive und Objektivauswahl, sowie Schwierigkeiten angesprochen, damit die Teilnehmer direkt vor Ort gleich loslegen konnten. Es waren wieder 4 Großbusse und zahlreiche Jeeps vor Ort. Am Strand wimmelte es nur so von Touristen. Unsere Fotografen hatten die Aufgabe bekommen, freie Sicht möglichst gleich zu nutzten und schwirrten sofort aus. Jeder machte sich nach persönlicher Vorliebe entweder an Makrofotografie und Srukturen oder an die Teleaufnahmen der berühmten Reynisdrangar Felsen.


Reynisdrangar - oder auch versteinerte Trolle im Meer in der Nähe von Vik.

Ein Blick ging immmer auf die nahenden Riesenwellen, die gefährlich nah herankamen . Mit vollem Körpereinsatz legten sie ich auf den Boden, knieten im nassen Sand oder nutzen die heranrollenden und auch die abfließenden Wellen um Linien in das Landschaftbild zu bekommen und damit Tiefe und Perspektive zu erzeugen. Wie bei den Erdännchen wurde eine Wache positioniert um die Anderen vor dem Raubvogel ähm der Wellenintensität zu warnen. Fast alle kamen aber trockenen Fußes zurück zum Auto. Henning hatte einen besonderen Vorteil, seine Schuhe sind wasserdicht und somit brauchte er nicht vor den Wellen wegzurennen, sondern blieb einfach stehen. Da zeigt sich wieder- wähle deine Ausrüstung mit Bedacht!


Die herrlichen Steine am Strand von Vik.

Nachdem alle Motive im Kasten waren ging es für das letzte Licht noch mal nach Dyrhólaey mit Leuchtturm und dem natürlichen Felsentor im Meer. Da nahmen einige Teilnehmer waaghalsige Standpunkte ein, um fotografisch mehr Tiefe im Bild zu bekommen und Kanten von unterschiedlichen Motive zu trennen. An dieser Stelle möchte ich bemerken - die Schilder und Absperrungen stehen nicht ohne Grund an den gefährlichen Stellen und sollten natürlich auch beachtet werden. Kein Foto der Welt ist es Wert sein Leben dafür zu lassen! Eine weitere Fotoaufgabe beschäftigte sich mit den Negativraum und die Teilnehmer nutzten den Leuchttum um die gestellte Aufgabe umzusetzten. Dann ging es durchgefroren zum Icelandair Hotel nach Vik. Nach einem leckeren Essen, befassten wir uns wieder mit der Bildbesprechung, Analyse und auch Theorie. Morgen geht es auf dem Golden Circle zum Þingvallavatn über den Gullfoss zum Geysir, an dem wir direkt auch im Hotel nächtigen werden. Odin, der Wettergott ist uns wohlgesonnen und somit sollte es wieder ein ereignisreicher Tag werden.

Freitag, 19 Januar 2018 22:14

Tag 7 : Unterwegs im Golden Circle

Unsere Teilnehmer sind heiß aufs Fotografieren. Mann, mann, mann. Als ich mich endlich aus den Kissen geschält hatte und zum Frühstück kam, waren Henning und Harald schon unterwegs und fotografierten was das Zeug hergab.


Eines der Wahrzeichen von Vik vor Sonnenaufgang

Nach einem fantastischen Frühstück wurden wie jeden Tag die vielen Koffer, Taschen, Stative, Jacken, Mützen und Fotorucksäcke in den Tourbus geladen. Inzwischen klappt das alles in wenigen Minuten und jeder hilft mit, dass alles reibungslos läuft. Offensichtlich hat es Andreas so gut im Icelandair Hotel gefallen, dass er gleich den Schlüssel für das nächste Mal behalten hat. Denn wir waren gerade aus Vik hinausgefahren, da kam schon der Warnruf von hinten: "Wir müssen zurück meinen Schlüssel abgeben. Den habe ich vergessen." Natürlich konnte es die Gruppe nicht lassen lustige und gemeine Kommentare ertönen zu lassen und auch ich habe an den Zeitplan erinnert und ihn gebeten gaaaanz schnell zu machen bei der Abgabe. So wie ich es ausgesprochen hatte viel mir aber auf, dass ich selbst meinen Schlüssel auch noch in der Tasche hatte. Das gab viel Gelächter, noch dümmere Kommentare und ich musste mich natürlich in aller Form bei Andreas entschuldigen. Wir haben dann die Schuld am kleinen Zeitverzug geteilt, konnten gut damit leben, denn den Lichtverhältnissen tat das natürlich gut und es wurde heller. Zweiter Anlauf also Richtung Pferde und Seljalandsfoss.


Pferd im Morgenlicht an der Südküste.
Islandpferde sind seeehr neugierig.

Eigentlich war dafür kein Halt vorgesehen, aber da unsere Sturmflieger diese Motive am Montag leider nicht zusammen mit uns fotografieren konnten, habe ich den Tour-und Zeitplan etwas umgestellt und ihnen damit die Möglichkeit gegeben an diesen Stellen doch noch mal fotografieren zu können. Kristin Leske - photography macht das möglich! Die Pferde waren nicht ganz so hungrig und ließen unsere Taschen und Reisverschlüsse in Ruhe. Sie posierten für uns vor den Bergen und bescherten uns schöne Motive. Am Seljalandsfoss bemerkten die Workshopteilnehmer gleich, dass es heute viel klarere Sicht war und die Wege und Treppen noch stärker zugefroren und unpassierbar waren.


Vereiste Besuchertreppe am Seljalandsfoss.

Dadurch etwas in den Standpunkten beschränkt versuchten alle den Wasserfall und vor allem die Details außen herum im Bild festzuhalten. Gar nicht so einfach wenn man inmitten von eiskaltem Spritzwassernebel steht. Hier wurde den Teilnehmern auch klar warum auf der Packliste von mir ein Küchenhandtuch stand.


Große Freude über die Küchenhandtücher aus meiner Packliste für die Teilnehmer.

Mit bespritzten und eingefrorenen Stativen ging es weiter entlang an vielen Pferdehöfen zum Úlfljótsvatn. Eine kleine Kirche wurde zum Fotomotiv und die Teilnehmer schoben sie in verschiedenen Versionen über den Bildausschnitt, um die gestellte Aufgabe zu erfüllen.


Auf dem Weg nach Þingvellir liegt diese kleine Kirche.

Am Þingvallavatn hatten wir schönstes goldgelbes Licht und es gab erst mal ein kleines Picknick oberhalb des Sees. Nachdem wir heute dort 200 Kronen mit der Kreditkarte für eine kurze Toilettenpause hingeblättert haben, bin ich sehr nachdenklich geworden. Denn höchstwahrscheinlich habe ich deutschen Autobahnraststätten jahrelang Unrecht getan, sie in Gedanken wegen der Sanifair-Gebühr der Wegelagerei zu bezichtigen. Umgerechnet 1,70 Euro plus Auslandsgebühren für den Kreditkarteneinsatz? So gut kann kein Klo der Welt sein. Aber ich möchte mir gerne einbilden, dass mein Beitrag zur Erhaltung und Pflege der isländischen Kultur und Landschaft beiträgt. Danach sattelten alle ihre Fotorucksäcke und Stative und begaben sich in die Grabenbruchzone in Þingvellir,das natürlich auch historisch für die Isländer eine große Bedeutung hat.


Am Ort des ersten Parlaments der Welt.

Das sehr sanfte gelbe Winterlicht und die überfrorene Landschaft ergaben eine sehr schöne Winterstimmung. Am Fuß des Geländes holte uns der Bus wieder ab und nach einem kurzen Blick auf die verrückten aber zahlreichen Taucher in der Silfra-Spalte mussten wir uns sputen, um noch bei gutem Licht an den Gullfoss zu kommen. Auch dieses Jahr präsentierten sich die mächtigen Kaskaden fast komplett zugefroren. Unsere Teilnehmer experimentierten von verschiedenen Standpunkten mit Bildwirkung und Lichteinfall. Fast allen hatten es die dicken und bizarr verkrusteten Eisformationen angetan. Einfach beeindruckend. Im letzten Abendlicht hatten wir das letzte Highlight geplant und noch eine kleine Herausforderung eingebaut. Wir fuhren zum Geysir, um eine schöne Aufnahme der mächtigen Fontäne zu bekommen. Das ist leichter gesagt als getan, wenn sich die Ausbrüche nur alle 5-8 Minuten ereignen uns sich praktisch nicht ankündigen. Auch die schwindenden Lichtverhältnisse machten die Sache nicht einfacher. Der sportliche Ehrgeiz war aber geweckt und tatsächlich, am Ende hatte jeder die Aufnahmen im Kasten.


Der Geysir Strokkur im Park direkt vor unserem Hotel.

Reichlich müde fielen wir nach diesem ereignisreichen Tag nach Abendessen und Bildbesprechung ins Bett. Morgen ist übrigens Vulkan-Tag…Danke, dass ihr heute wieder dabei wart. Bis morgen, Eure Kristin.

Samstag, 20 Januar 2018 22:45

Tag 8 : Auf der Spur der Vulkane

Hallo liebe Blogleser und treue Wegbegleiter. Sorry für die kleine Verspätung. Der heutige Tag war sehr lang und irgendwie hat es mit dem Internet nicht geklappt, obwohl die Wifi-Versorgung hier in Island exzellent und kostenlos ist. Jetzt ist leider schon der letzte volle Tag angebrochen bevor es morgen für die meisten wieder an die Rückreise geht. Heute geben wir nochmal alles und haben uns eine besondere Überraschung einfallen lassen. Aber erstmal der Reihe nach.

Auf Wunsch unserer Fotografen sind wir heute später gestartet, damit wir den Geysir nochmal im Tageslicht ablichten konnten. Zuvor hatten unsere Frühaufsteher allerdings ihr Frühstück mit der hiesigen Spezialität komplettiert – Lebertran im Schnapsglas. Niemand wollte der Gruppe vom letzten Jahr nachstehen und so griffen alle beherzt zur öligen Nahrungsergänzung der Isländer. Lecker.

Danach ging es nur über die Straße rüber zum Geysir. Zuerst nutzten die Teilnehmer die blaue Stunde und mit zunehmendem Licht wurde es immer leichter die richtige Einstellung zu finden und den Geysir abzulichten. Bei dieser Übung lernt man schnell das Zusammenspiel von Iso, Blende und Zeit. Wird eine dieser Komponenten geändert, muss der Rest angeglichen werden. Die Freude war also riesengroß als die Helligkeit endlich wieder da war und alle schafften es eine schnelle, scharfe Bilderfolge von Blase bis maximaler Ausbruchhöhe zu erreichen. Danach ging es nach Hveragerði zum Bäcker und alle Teilnehmer kosteten die Spezialität „ Lavabrot“. Die schwarze chiabattaähnliche Köstlichkeit steht sinnbildlich für unser heutiges Thema – Lava und Vulkane. Während der nächsten kurzen Fahrzeit rätselten die Teilnehmer wo es wohl hingehe, denn wir hatten ihnen Indoor-Fotografie angekündigt.Vor einer unscheinbaren Hütte mitten auf einem Lavahügel machten wir schließlich halt und baten um die fotografische Vollausstattung. Also hieß es Rücksäcke schultern, Stative in die Hand und ab ging es. Nur wohin?

In der Hütte mussten wir erstmal Schutzausrüstung anlegen. Helm mit Lampe, Spikes an die Schuhe, kurze Sicherheitseinweisung und dann begann unser Abstieg in den Lavatunnel.


Wir im Lavatunnel, ausgestattet mit Lampe, Helm, Fotoapparat und Stativen. Links sind die Stalakmiten aus Eis zu erkennen.

Unser Führer David war ein Traum. Wie sich schnell herausstellte, war unser isländischer Guide selbst Fotograf und hatte vollstes Verständnis für die schneckenhafte Geschwindigkeit unserer Teilnehmer und das mangelnde Interesse an seinen sicherlich sehr interessanten Ausführungen über Pahoehoe-Lava, denn die Aufmerksamkeit wurde von den Attraktionen voll in Anspruch genommen. Sein Zitat: „Are you guys all photographers ? Then we’ll have a lot of fun down there…“ Und so war es auch. Anfänglich waren alle schon durch den Lavatunnel und seine Raumwirkung an sich beeindruckt. Die Wände wurden angestrahlt und leuchteten in den schönsten Rot-Braun und Orangetönen, Kleine Eiszapfen hingen in dekorativen Gebilden von der Decke herab. Durch kreisrunde Deckeneinbrüche war der erste Teil der Höhle leichter zu fotografieren als der dunklere hintere Teil. Aber gerade dort erwartete uns eine Traumlandschaft von aus dem Boden wachsenden Eisstalakmiten, die nur von Herbst bis Frühling zu bewundern sind. Mit Makro, Stativ und dem Wissen über Langzeitbelichtungen waren unsere Teilnehmer bestens gewappnet, um die Strukturen fotografieren zu können. David gab uns eine Extra-Stunde Zeit, denn er war wie gesagt selbst Fotograf und war begeistert, mit welcher Passion sich alle seiner Höhle widmeten. Das war genial.

Schweren Herzens nahmen wir dann aber doch nach 2 Stunden Abschied von dieser traumhaften Location und begaben uns entlang der Küstenstraße zum Vulkan Gunnuhver und anschließend an die Küste zu den natürlichen Lavabecken von Brimketill.


Vulkangebiet Gunnuhver auf der Halbinsel Reykjanes

Den Abend beschlossen wir nach einem wohltuenden Bad in der Blauen Lagune bei einem schönen Abschlussessen im traditionsreichen Kaffi Duus. Henning und ich ließen es sich nicht nehmen und warfen sich tapfer noch ein Stück vom Gammelhai Hákarl ein, was uns Respekt der anderen und einen komischen Geschmack im Mund einbrachte.


Henning und Kristin probieren Hakarl - den isländischen Gammelhai.

Dann bezogen wir unser letztes gemeinsames Hotel, denn morgen ist bereits Abreise für die meisten. Die Bildbesprechung musste heute leider ausfallen. Aber dafür hatten wir einen schönen Abend zusammen. Morgen müssen wir Abschied nehmen. Aber bis dahin ist noch ein bisschen Zeit.

PS: Fotos des Tages kommen noch

Hallo liebe Leser, etwas wehmütig ging es heute um 8.00 Uhr für mich zum Frühstück. Der letzte Workshoptag ist doch immer auch etwas traurig, denn der Abschied aus Island naht und auch die Gruppenteilnehmer treten wieder in alle Richtungen ihre Heimreise an. Nach einer Woche Intensiv-Foto-Workshop, Gruppenaktivitäten und Islandabenteuer ist es nicht leicht. Jeder unserer Teilnehmer machte beim gemeinsamen Frühstück klar, dass er gern noch bleiben möchte. Wären noch keine Rückflüge gebucht und würde die Arbeit zu Hause nicht warten, hätten Jörg und ich sicher viele Verlängerungsanfragen für den Norden bekommen. Aber erstmal wurden natürlich beim Frühstück die Erlebnisse der Nacht besprochen.

Unser Hotel in Reykjavík sorgte für einige Unterhaltung. Gebucht hatten wir 6 gleiche Zimmer. Claudia und Andreas mussten sich im engen Bad mühsam seitlich in die Dusche quetschen. Das war bei Harald und Raphael anscheinend kein Problem – obwohl sie trotzdem unzufrieden und vor allem ungeduscht erschienen. Wie sie uns offenbarten, standen sie mit Shampoo und Duschbad wie Gott sie schuf bereit zum morgendlichen Bade, waren aber mit der komplexen Bedienung der Duscharmaturen anscheinend überfordert. Eine Konsultation des Hotelfoyers war vonnöten. Henning hatte anscheinend aus Versehen den Ballsaal des Hotels zum Schlafen bekommen. Um 9 Uhr waren alle pünktlich zur Abfahrt bereit. Die Schlüssel waren diesmal alle abgegeben und bei Warten auf die Rechnung gingen beim Rezeptionisten 3 Anrufe aus Zimmern ein. Auch wenn ich die Frage nicht gehört habe, konnte ich erahnen worum es ging- die Antwort war immer die gleiche: „Unten beim Abfluss der Dusche sei ein Hebel.....“

Zuerst ging es zum Hafen, von dem man eine tolle Sicht über Reykjavik von der Wasserseite hatte. Alle Teilnehmer schwirrten sofort aus und suchten sich ihre Motive in der morgendlichen blauen Stunde. Claudia perfektionierte weiter ihre neue Methode – den Wischer und weihte Sabine und Andreas in die Geheimnisse dieser Fototechnik ein, Raphael fand zeitgenössische Bemalungen auf einem Molenstein, Harald widmete sich seinem Lieblingsthema der Langzeitfotografie und setzte eine kleine Laterne auf dem Hügel in Szene und Henning war schon wieder an eine kleine geheime Fotolocation verschwunden.


Hafenansicht von Reykjavik

Anschließend fuhren wir über den Hafen zurück zur Harpa, um dort die letzte strukturierte Fotolektion vor Ende des Workshops an der geometrisch spannenden Architektur des Konzerthauses durchzuführen, bevor Jörg die meisten zum Flughafen brachte.

Die Abreise wurde jedoch spannender als geplant, als wir feststellten, dass sich der linke Flügel der Heckklappe unseres Busses nicht mehr schließen ließ. Nach zahlreichen mehr oder weniger gefühlvollen Versuchen die Türen zum Schließen zu bewegen und einigen akrobatischen Manövern, in denen mehrere Akteure auftraten (Kofferraum, Henning und die Jörgs im selbigen, Koffer und Taschen etc.) kam uns eine gewagte Idee. Nämlich der Verschluss der Tür durch geeignete Bindematerialien und anschließender Transfer zum Flughafen. Aufgrund der Gefährlichkeit dieser Idee sowie aus Mangel geeigneter Materialien verwarfen wir diesen Gedanken jedoch wieder. Schließlich hätte sich die Hintertür während der Fahrt öffnen und sämtliches Fotoequipment über die Ringstraße purzeln können. Wir entschieden uns daher als letzte Lösung vor Organisation eines Taxis unsere Mietfirma anzurufen, die auch wenig später bei uns erschien. Und die hatten dann den rettenden Gedanken. Nämlich die Tür durch geeignete Bindematerialien zu fixieren und zum Flughafen zu fahren. Ok – genial.


Innenansicht der Harpa. Trotz unserer Türpanne haben wir die Zeit noch genutzt.

Fairerweise muss man aber sagen, dass unser isländischer Helfer ca. 100 Kabelbinder mitbrachte und diese auch fast vollständig in Form einer Kabelbinder-Girlande zum Festmachen der Tür einsetzte. Dann stattete er mich noch mit einem Cuttermesser aus, damit ich die Koffer am Flughafen wieder aus dem Auto bekommen kann. Das nenne ich Organisation. Die restlichen Kabelbinder durfte ich auch behalten. Ich liebe Kabelbinder und sie wandern nun in meine ständige Island-Ausstattungskiste. Danke!

Die Teilnehmer, die sich nicht dem Auto widmeten, nutzen die Gelegenheit die letzten Tipps von mir zu bekommen. Es wurde mit extremen Ansichten und Spiegelungen experimentiert und Harald stellte wieder mal fest, dass immer das erste und das letzte Foto das Beste sei. Er könne sich also das nächste Mal den mittleren Teil einfach sparen. Dann kam der tränenreiche Abschied. Alle herzten um umarmten sich. Es ist schon verrückt, wie nah ein eine gemeinsame Leidenschaft, ausgesprochen viel Humor und ein charakterstarkes Land verbinden kann. Eine wundervolle intensive Fotoworkshopwoche ging langsam ihrem Ende entgegen. Jörg fuhr die Teilnehmer zum Flughafen und ich beendete mit den verbliebenen Teilnehmern den Fotoworkshop mit einem Fotospaziergang durch Reykjavik. Der Stadtsee Tjörnin mit seinen Singschwänen, Enten und Seevögeln, sowie das moderne Rathaus, die beheizte Hauptstraße mit den vielen Geschäften und das bekannte Wahrzeichen, die Halgrimskirkja waren unsere Fotomotive. Über Reykjavik braute sich ein Unwetter zusammen und die Verabschiedung von Harald und Raphael war im wahrsten Sinne des Wortes stürmisch.

Die vielen lobenden und herzlichen Worte aller Teilnehmer rührten mich und Jörg sehr und zeigen uns, dass es unseren Fotografen mit uns in Island offensichtlich sehr gefallen haben muss. Die Fragen nach einem Folgeworkshop rannten bei mir offene Türen ein. Wir bedanken uns für Euer Vertrauen, die schönen gemeinsamen Stunden und hoffen wir konnten einen fotografischen Stein ins Rollen bringen. Danke an alle!

Morgen werden wir aufbrechen und die Lage im Norden Islands sondieren. Mal sehen – vielleicht gibt es bald einen Winterworkshop in Nordisland…

Montag, 22 Januar 2018 21:52

Tag 10 : Wir sitzen fest...

Liebe Blogleser und Blogleserinnen. Ich dachte eigentlich, gestern wäre der Pleiten- und Pannentag gewesen. Aber heute hat alles getoppt, was ich bisher in Island erlebt habe. Zumindest hatte ich heute den schlimmsten Sturm hier auf der Insel und auch meine erste Rettung durch ein Rescue-Team. Aber nun schön der Reihe nach. Eigentlich fing alles super an. Nach dem obligatorischen Check der Straßen (blau = slippery, orange=spots of ice - also alles normal…) und dem Blick auf das Wetter (bewölkt, im Süden starker Wind – also im Norden alles gut) fuhren wir frohgemut aus unserem Hotel in Stykkishólmur Richtung Snæfellsjökull also an das Westende der Halbinsel Snæfellsnes.

Wir benutzten meist Straßen mit zweistelligen Nummern, die meist als sogenannte Gravelroads ausgebaut und leider stellenweise spiegelglatt waren. Mit unserem Jeep und seinen dicken Reifen mit Spikes machten die Straßen uns allerdings kaum Probleme.


Der durchaus malerische Kirkjufell auf der Halbinsel Snæfellsnes. Bekannt auch durch den Bildschirmschoner eines bekannten Betriebssystems.

Ab und zu legten wir einen kurzen Fotostopp am Straßenrand ein und begeisterten uns an den schneebedeckten Berghängen und Lavafeldern, die im gedeckten Morgenlicht ein stimmungsvolles Motiv abgaben.


Auf der Fahrt nach Snaefellsness gab es herrliche Landschaftspanoramen zu sehen.

Im Fischerort Arnarstapi machten wir richtig Halt und begaben uns wegen der mit dickem Eis bedeckten Fußwege vorsichtig an die Küste. Dort konnte man wunderschöne Langzeitbelichtungen der an die schwarzen Basaltsäulen brandenden Wellen machen. Etwas weiter an der Küste entlang, gibt es zudem die natürlichen Felsentore aus Basalt, die heute recht dramatisch von Wellen umspült wurden. Zum Aufwärmen ging es dann in das nette Prímus Café, wo wir dem Motto des Hauses folgten und uns einen ausgesprochen leckeren Kuchen gönnten.


Hier das Motto des Cafés Primus an das wir uns natürlich gehalten haben.

Ich denke man kann sagen, dass danach das Drama begann. Wir mussten noch den langen Weg nach Blönduós zurücklegen, wo wir unser Hotel gebucht hatten. Die Straßen waren nicht besonders gut, vor allem wegen des Eisbelags, so dass wir recht vorsichtig und seeehr langsam fahren mussten. Außerdem bemerkten wir ca. 100 km vor unserem Ziel, dass der Wind sehr stark wurde und Schneeschwaden so dicht über die Straße trieb, dass diese kaum zu erkennen war. Etwas erleichtert erreichten wir schließlich die Ringstraße N1, von der wir uns Besserung erwarteten. Aber weit gefehlt. Der Sturm wurde so stark, dass wir bald nur noch im Schneckentempo vorankamen und unser Fahrer Jörg Mühe hatte, die Straßenbegrenzung zu sehen.

Etwa 30km vor unserem Hotel war plötzlich Schluss. Wir konnten kaum 20m weit sehen. Vor uns standen Autos mit Warnblinkanlage nebeneinander aber wir konnten im Gestöber nicht sehen, was vor sich ging. Jörg wagte sich nach einiger Zeit mit Spikes nach draußen. Die Straße war spiegelglatt und um unser Auto hatten sich auf der windabgewandten Seite bereits Schneewehen gebildet. Wir bekamen heraus, dass sich ein Wohnwagen festgefahren hatte und angeblich Hilfe unterwegs war. Wir saßen also fest. Nach 1-2 Stunden, so genau weiß ich das nicht mehr, fuhren ein paar riesige Schneefräsen an uns vorbei, die aber das Problem anscheinend auch nicht so schnell lösen konnten. Jörg musste immer wieder aussteigen um unser Auto vom Eispanzer zu befreien, der sich in Minuten um unser Auto bildete. Spiegel, Scheiben, Türgriffe – alles zugefroren. Nach Stunden schien sich eine Lücke aufzutun – zumindest bewegte sich unser Vordermann weiter. Obwohl überhaupt keine Sicht war bewegten wir uns an der Autoschlange auf der anderen Seite und den festgefahrenen Fahrzeugen vorbei und plötzlich – waren wir raus dem Chaos. Zumindest dachten wir das.



Hinter uns hatten sich ein paar weitere Autos eingereiht und los ging es mit der Geschwindigkeit einer Wanderdüne. Das einzige was im Schneesturm zu sehen war, war der nächstgelegene Schneepflock. Immer wieder mussten wir anhalten, weil sich am Scheibenwischer dicke Eisbrocken bildeten. Nach einem Stopp – wir waren immer noch das erste Fahrzeug, gab es einen kurzen Aufschrei, das linke Vorderrad gab nach uns wir machten einen Abflug nach unten. Uns allen fuhr der Schreck in die Glieder. Jörg hatte zwar einen Schneepflock identifiziert, aber leider den von der falschen Straßenseite. Wir saßen am Hang mit unserem Auto fest. Unsere Verfolger fuhren langsam an uns vorbei und nach fünf Autos kam nix mehr. Wir waren allein und saßen im tiefsten Schnee aber glücklicherweise unverletzt und mit heilem Auto. Was nun ? Wir saßen nun schon fast 4 Stunden im Sturm fest. Eine Besserung war nicht in Sicht.


An dieser Stelle (magenta markiert) hat es uns erwischt. Hier ist die Ringstrasse übrigens schon gesperrt. Und wir mittendrin.

Doch die Rettung nahte in Form eines freundlichen Isländers, der für uns die Polizei (112) anrief. Tatsächlich hielt nur 15 Minuten später im Nirgendwo das Polizeiauto und die freundlichen Herren schickten uns nur wenig später ein Rescue-Team mit einem Super-Jeep. Unsere Bergung dauerte trotzdem etwa eine Dreiviertelstunde. Wir bemerkten auch, dass keine weiteren Autos kamen. Die Straße musste wohl inzwischen gesperrt sein. Unsere Retter waren super. Sie befreiten uns immer wieder vom Schneepanzer, reinigten Scheibenwischer und Spiegel und gaben uns Anweisung, wie wir Ihnen zu folgen hatten, wenn Sie uns da rausgeholt hatten. Ruckzuck waren wir draußen und weiter ging es die restlichen 24 km nach Blönduos. Natürlich im Schneckentempo. Vorher klopfte einer unserer Retter noch an unsere Scheibe und meinte . 'hey, wenn wir noch mal von der Straße rutscht sehen wir euch auf jeden Fall wieder - wir sind nämlich auch aus Blönduos'. Coole Typen. Übrigens: die Rescue-Teams bestehen aus Freiwilligen. Toll! 



Im Ort angekommen winkten Sie uns freundlich zu und stellten sich vor die inzwischen gesperrte Ringstraße. Da wo unser Hotel lag. Wir waren so fertig, dass wir uns im Ort ein anderes suchten und jetzt sind wir hier. Geschafft, müde aber alle wohlauf. Morgen werden wir eine kleine Krisensitzung machen müssen, denn unser Ziel – Myvatn – werden wir wahrscheinlich nicht mehr machen können. Ich muss jetzt dringend ins Bett. Morgen sehen wir weiter. Bis dann - eure Kristin.

PS: Hier der Bericht von icelandreview.com. 60 Insassen, die im Schnee festsaßen und 4 davon waren wir...

Dienstag, 23 Januar 2018 22:25

Tag 11 : Von der Nordküste zur Südküste

Nachdem wir unser gebuchtes Hotel leider durch den heftigen Schneesturm nicht erreichen konnten, mussten wir umdisponieren und schafften es, die letzten zwei Zimmer im Hotel Blanda in Blönduós zu ergattern. Es gab zwar kein Abendessen mehr, aber unsere Reste an Kaffee, Obst, Skyr und Knabbereien. Das Hotel ist zwar etwas in die Jahre gekommen, hat aber durchaus Charme. Der Hauschef hatte so viel Mitleid mit uns, dass er Jörg und mir zu später Stunde noch ein Gull spendierte. Was für ein Glück!

Heute Morgen blieben wir alle etwas länger im Bett und verdauten erst mal die Erlebnisse der letzten Nacht. Zum Frühstück waren wir alle wieder in unserer Komfortzone angekommen und entschieden nach gründlichem Check der Wetterlage und der Straßenbedingungen, dass es zu gefährlich und zu leichtsinnig sei bei dem Sturm weiter Richtung Mývatn zu fahren. Dort sollte es den ganzen Tag schneien. Mehrere Warnungen wurden für die umliegenden Gebiete vom isländischen Wetterdienst rausgegeben. Für uns hieß das, eine weite Strecke bis zurück in den Süden zu fahren. Was für ein Pech. Ich muss gestehen, dass ich schon sehr traurig bin, aber eben auch nicht lebensmüde. Island wäre nicht Island, wenn hier immer alles so klappen sollte wie geplant. Es liegt auf der Hand...ich muss also wieder kommen!


So eine Räummaschine hätten wir gestern gebraucht.

So ging es nun wieder Richtung Süden entlang der Ringstraße, vorbei an der Sturmstelle. Tagsüber bei gemäßigtem Wetter sah das alles so harmlos aus. Der Straßengraben in den wir reingerutscht sind war noch nicht mal ein richtiger Graben und es hätte sogar in der Nähe eine Tankstelle mit Restaurant gegeben. Nur hatten wir dieses Haus vor lauter Schneetreiben, bestialischem Wind und unzähligen warnblinkenden Autolichtern noch nicht mal gesehen. So einen heftigen Schneesturm mit so einer schlechten Sicht habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt. Die Sturmwolken zogen schon hinter uns her, das gab zwar interessante und dramatische Fotos, aber wir gaben Gas und versuchten Land zu gewinnen. Unterwegs begrüßten uns zwei alte Bekannte, nämlich Schnee und Wind, die uns überraschten als wir die Hochebene Holtavörðuheiði durchquerten. Wir krochen wieder im Schneckentempo voran und waren froh, dass wir die karge Landschaft ohne Siedlungen irgendwann hinter uns ließen.



Auf dem Weg zum Hotel machten wir einen Umweg zu den Hraunfossar, die in den Fluss Hvítá fließen und als Markenzeichen deutlich türkisfarbenes Wasser führen. Allerdings sind diese malerischen Wasserfälle, die direkt aus Lavafeldern austreten sehr langgezogen und schwer zu fotografieren. Nach dieser schönen Abwechslung setzten wir unsere lange Fahrt fort und gelangten im Dunkeln endlich in unser Fosshotel Hekla. Dort gönnten wir uns nach einem leckeren Abendessen eine Entspannungsrunde in den beiden Hotpots. Morgen soll das Wetter nicht so berauschend sein und wir werden die Gegend rund um das Hotel sondieren. Also - tschüss bis morgen, eure Kristin.

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