Blogs von Kristin Leske - photography

Fotostories, Bilder und Videos von Kristin

Ab ins Eisland

Heute ist Island-Tag pur! In der Morgendämmerung ging es zu unserem Treffpunkt mit unserem Gletscherguide Jon, denn auf dem Programm stehen Gletscherhöhlen im Vatnajökull. Wir hatten heute außerdem die Ehre Wiederholungstäter bei Kristin Leske - photography Tours zu begrüßen. Offensichtlich hatten Uschi und Christian letztes Jahr so ein Spaß mit uns, dass Sie sich zusammen mit Freunden mit großer Begeisterung für useren Eis-Tag angemeldet hatten. So bestiegen wir unser heutiges Gefährt, einen isländisch-deutschen Unimog mit hohem Erlebniswert.



Jon ist übrigens im zweiten Leben Goldschmied in Reykjavik, scheint aber für sein Leben gern auf Gletschern herumzufahren. Und schon ging es los mitten durch die Gletschermoräne. Seit Tagen hatte es nicht geschneit und der Regen letzte Woche hatte die Landschaft in steingraue Geröllhaufen verwandelt. Nach einer amüsanten Schaukelpartie begaben wir uns zur ersten Höhle, die in den letzten Jahren fast 100 Meter unter den Gletscher führte. Durch die kürzlich gestiegene Aktivität des Orafajökull, dem Vulkanmassiv unter dem Vatnajökull, wurde diese Höhle allerdings vom Schmelzwasser geflutet und war nicht mehr begehbar. Harald begab sich auf Entdeckertour und nutzte die sich bietende Gelegenheit um herauszufinden, was sich unter dem dünnen Eis befand.



Jetzt wissen wir, dass es sich um erstklassige Schlammbrühe handelte. Anschließend marschierten wir zu einer Schmelzmulde im Eis, die wir von außen kaum wahrgenommen hatten. Innen offenbarte sich ein begehbarer aquamarinfarbener Palast mit zahlreichen Eisfluchten. Zwischenzeitlich mussten wir nachschauen, ob unsere Fotografen noch da waren, so sehr vertieften sich unsere Spezialisten in die zahlreichen Motive und Strukturen. Die Teilnehmern hielten die Luft an um nicht das Makroobjektiv zu verwackeln und konzentrierten sich auf kleine tausend Jahre alte, eingeschlossene Luftbläschen im Eis und suchten nach tierähnlichen Skulpturen.


Jon legte aber noch ein weiteres Highlight nach. Nachdem wir von unserer kurzen Gletscherbesteigung zurück zum Auto kamen, zeigte er uns, was sein alter Unimog drauf hat. Wir waren uns zwischenzeitlich nicht ganz sicher, ob er wirklich einen Weg folgte oder einfach nur für die nächste Marsmission trainierte. Das Navi zeigte nur noch eine weiße Schneeplatte an. Wir fuhren teils auf dem Gletscher, teils auf der Steinmöräne davor. Er bezwung unglaubliche Steilhügel und wir wurden durchgeschüttelt wie verrückt und begrüßten jede einzelne Bodenwelle mit großem Hallo.



Wo fuhren wir nur hin ? Irgendwann hielten wir im Nirgendwo aber anscheinend auf einem offiziellen Parkplatz für Island-Allradgefährte, denn zwei weitere Tourfahrzeuge standen recht einsam vor einer grauen Geröllwüste. Jon winkte uns nach kurzem Sicherheitscheck ermunternd zu und wir stürzten ihm voller Erwartungen entgegen. "Stürzen" muss ich leider auch im wahrsten Sinne schreiben, denn einer von unseren Wiederholungstätern verhakte sich unglücklich zwischen den Steinen und brach sich beim Sturz das rechte Handgelenk. Was für eine Aufregung. Mitten auf dem Gletscher mehr als 40 Minuten von der Straße und weitere 70 km vom nächsten Krankenhaus entfernt. Wir versorgten unseren tapferen Pechvogel und fixierten seinen Arm mit einem Schal und einem Stativ. Fotografen wissen sich eben zu helfen. Trotz der Schmerzen, die er gehabt haben muss, entschied er, dass wir mit der Gruppe trotzdem weiter fotografieren sollen. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken und mitteilen, dass wir das sehr bewundern und ihm hoch anrechnen. Kleine Anmerkung : Ihm geht es gut. Der Bruch war glücklicherweise nicht kompliziert und er konnte am Abend wieder mit Links Bier trinken.

Jon führte uns über einen kleinen zugeforenen Schmelzwassersee und anschließend in eine wunderschöne Eishöhle. Dort hätte man sicherlich den ganzen Tag verbringen können und Beispielbilder könnt ihr hier bestaunen. Unsere Teilnehmer gaben alles. Steinhügel wurden erklommen und manche robbten zentimeterweise durch den Schutt, während kurz über ihnen die blaue Eisdecke schimmerte. Was für ein Erlebnis! Trotzdem mussten wir uns irgendwann "loseisen" und auch eingedenk unseres kranken Gastes zurückfahren. Jon schaffte es tatsächlich, wie auf rohen Eiern zu fahren und das Ungetüm fast schaukelfrei durch die Geröllwüste zu manövrieren.



Zurück an der Gletscherlagune ging es für unsere Wiederholer nach Höfn ins Krankenhaus und für uns an den schwarzen Strand, der von uns liebevoll Eiswürfelstrand genannt wurde. Hier waren vor allem Makrofotografie und Langzeitbelichtungen mit Vordergrundbetonung Thema, dass sehr gut umgesetzt wurde. Den Tag beschlossen wir wieder mit einem guten Abendessen und einer großen Bildbesprechung, obwohl wir schon ganz schön müde aus der Wäsche schauten. Wir alle waren froh das der Nordlicht-Check mit Null Aktivität über Island angezeigt wurde und wir beruhigt ins Bett gehen konnten. Mit der fotografischen Ausbeute und Qualität der Bilder war ich aber sehr zufrieden und ich bin stolz, dass meine Teilnehmer mit eiserstarrten Fingern und Engelsgeduld es schaffen, solche tollen Fotos zu machen. Bis morgen dann - wieder von der Südküste...

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An der Südküste

Heute morgen haben wir zunächst die Stimmung durch ein kleines Tetris-Spiel aufgelockert, indem wir erst die Koffer und anschließend uns selbst in unseren Tourbus gepuzzelt haben. Das hat gut funktioniert und los ging es zum nur 200m entfernten Skogafoss in der blauen Stunde. Pünktlich zur Ankunft des ersten Touribusses hatten wir alle Aufnahmen im Kasten und machten uns auf den Weg weiter nach Osten. Diese Strecke ist bekannt für starke seitliche Winde und auch jetzt machten Schneeschwaden die Straße fast unsichtbar. Sofort kam arktisches Feeling bei uns auf.



Bis auf die Tatsache, dass unsere Teilnehmer ab und zu die Scheiben freikratzen mussten (von innen), konnten wir die Landschaft bei herrlichem tiefen Sonnenlicht genießen. Natürlich mussten wir in Laufskálavarða halten und unsere glückbringende Steinpyramide bauen. Und das hat sich gelohnt! Der Tag bescherte uns Sonne und unglaublich gute Fernsicht – quasi ein Markenzeichen des isländischen Winters. Immer wieder legten wir kleinere Fotostopps auf der Strecke und machten gegen Mittag Rast in Kirkjubaerklaustur, auch um endlich auch der Keramikabteilung einen kleinen Besuch abzustatten. Leider kam zur gleichen Zeit ein großer Reisebus an und schnell bildete sich eine ordentliche aber viel zu lange Schlange am einzigen Örtchen. Daher disponierten wir kurzerhand um und begaben uns erstmalig zum Infozentrum, wo uns eine kleine aber schöne Ausstellung über die mannigfaltigen Erscheinungsformen von Moos auf Lava erwartete. Sehr empfehlenswert. Nach einer Portion Tee, Würstchen und der fantastischen isländischen Milchspezialität Skyr (ja – gibt es auch in Deutschland, ist aber trotzdem nicht das Gleiche ;o) ging es zur Gletscherzunge des Svinafeljökull, Dort machten wir die verblüffende Erfahrung das es im Jahre 2018 doch noch ein landschaftliches Highlight in Island fast ohne Touristen gibt. Nur ein paar versprengte Bewunderer der spektakulären Eislandschaft genossen mit uns die Gletscherwelt.



Auch hier wurden wir daran erinnert, dass es nicht ungefährlich ist, die Natur in Island zu bestaunen. Die hohen Felswände an den Seiten ließen regelmäßig Schauer von Eisbrocken auf uns herabregnen, die die Sonne vom Stein absprengte. Zusätzlich war der ohnehin halsbrecherische Pfad komplett vereist und niemand hatte Lust seine Abreise vertikal zu gestalten und im vereisten Gletschersee zu landen. In der Dämmerung gelangten wir schließlich am Gletschersee Jökulsarlon an und konnten das restliche Licht noch zum Fotografieren der Gletscherbruchstücke nutzen.



Diesmal war die Lagune, an der schon Filme wie „Tomb Raider“ und „James Bond: Die Another Day“ gedreht wurden, relativ leer und nur wenige Eisblöcke dümpelten im Gezeitenstrom. Anschließend ging es zurück ins Hotel, wo wir nach einem schmackhaften Abendbrot endlich zu unserer ersten Bildbesprechung kamen. Island, gleiche Locations, 7 Fotografen, gleiches Licht: macht was? Genau! Lauter verschiedene, spannende Bilder von den gleichen Orten. Toll! Thema waren heute Ecken und Kanten (nicht wahr Harald?) sowie Vorder- und Hintergrundbetonung und Linienführung. Morgen geht’s auf ins Eis – und zwar wortwörtlich. Bis dahin – vielen Dank fürs Lesen meines Blogs.

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Fantastisch : Polarlicht zum Einstieg

Nach einer kurzen aber ruhigen Nacht ging es heute ganz zeitig um 7 Uhr zum Frühstück. Nachdem wir alle verfügbaren Möglichkeiten durchgesprochen hatten, haben wir uns entschieden, den Tag leicht gestrafft so durchzuziehen wie geplant. Gegen Nachmittag wollten wir dann die Sturmflieger in Keflavik am Flughafen einsammeln und am Abend gemeinsam am Skogarfoss stehen. Das hat natürlich unsere kleine Workshopgruppe vor Ort gefreut und so machten wir uns sogar überpünktlich mit 8 Minuten Vorsprung auf die Piste in Richtung Süden.

Voller Tatendrang ging es tief im Dunkeln Richtung Hveragerði und ich stimmte die Teilnehmer schon mal über das Mikrofon (ja wir lernen auch dazu) auf die fotografischen Gegebenheiten vor Ort ein. Nach nur 45 Minuten hatten wir den Ort erreicht und es ging direkt mit Stativ und Kamera bepackt an die richtige Belichtung der beleuchteten Gewächshäuser. Sehr bedacht keine Spuren in den Schnee zu treten haben sich die Workshopteilnehmer sehr rücksichtsvoll immer wieder abgesprochen, wer wo stehen möchte und wie man sich positionieren kann, so dass man niemanden behindert. Was bei 3 Teilnehmern noch gut funktioniert wird bei 7-9 Fotografen durchaus zu einer logistischen Meisterleistung.



Der eiskalte Wind zog seine Bahnen über dem Schnee und schob uns immer wieder eisige Wolken über das Motiv. Leider nur nicht immer zur richtige Zeit und so mussten wir Fotografen auf Wind hoffen oder uns selbst Wind machen. Der Himmel färbte sich langsam von schwarz zu dunkelblau und der erhoffte Effekt von gelb-orange beleuchteten Gewächshäusern verstärkte sich in der blauen Stunde auf das Maximum.


Nach einer kurzen Rast im von einer Erdbebenspalte durchzogenen Einkaufszentrum von Hveragerði fuhren wir auf der Ringstraße weiter Richtung Seljalandsfoss. Der schöne Wasserfall liegt direkt an der Ringstraße und besteht eigentlich aus 3 Wasserfällen, die in einigem Abstand an einer Felswand hinabstürzen. Da alle guten Dinge offenbar 3 sind, gibt es auch 3 Besonderheiten. Zum einen befindet sich der Besucher nicht oberhalb des Wasserfalls, sondern dort wo die Wassermassen mit ungeheurer Wucht auf den Boden treffen. Außerdem ist es im Sommer möglich, um den Wasserfall herumzugehen.



Der vereiste Klettersteig war allerdings gesperrt. Die dritte Besonderheit ist schon fast ein kleines Geheimnis. Denn der letzte der Wasserfälle stürzt innerhalb eines Canyons nach unten, den man im Sommer betreten kann und ein ausgesprochen malerisches Motiv ergibt. Allerdings ist die Beleuchtung im Winter ungünstig, da der Wasserfall auf der der Sonne abgewandten Seite liegt und durchaus eine fotografische Herausforderung darstellt. Die steigende Anzahl der Touristen kommt erschwerend hinzu. Es wurde mit Graufiltern und Big Stoppern experimentiert, auf dem eiskalten Boden gerobbt um zugefrorenen Gräser im Detail darzustellen und über die Schönheit der Natur gestaunt. Allerdings ist uns aufgefallen, dass es zu den letzten Jahren eine Veränderung gibt, die Isländer haben durchaus erkannt, was Touristen brauchen und reagieren dementsprechend. Sie brauchen vor allem mehr Regeln – es gibt mehr Schilder und einen Parkticketautomat für stolze 700 ISK. Aber sollten die Touris frieren oder Hunger haben ist auch gesorgt, neuerdings gibt es eine Souvenir und Pulloverhütte und einen Imbisswagen. Was mir vor 10 Jahren in Islands Natur völlig undenkbar schien, ist jetzt die Realität.

Weiter ging es im Eiltempo entlang der Südküste zu einer ganz besonderen Pferdeweide. Der Besitzer ist Besuchern nicht abgeneigt, vertraut seinen Pferden offensichtlich sehr und lässt seine große Herde schon seit vielen Jahren auf der Weide mit offenem Gatter grasen. Die besten Voraussetzungen also um schöne Pferdebilder ohne störenden Zaun zu bekommen. Was anfänglich ganz einfach aussah, stellte sich doch als schwieriger heraus, da die Tiere ein unglaubliches Interesse an uns zeigten, mehrere große Pferde mit kleineren Fohlen kamen ganz nah heran, gingen auf Tuchfühlung, beschnüffelten, beknabberten und beschleckten und die Teilnehmer mussten schnell umdisponieren und sich auf Nahfotografie und Weitwinkel einstellen. Wir waren umzingelt von den schönen und neugierigen Tieren und überall sah man nur dickes Fell zwischen strahlenden Touristen und Fotografen stehen. Was für ein wunderschönes Erlebnis. Als Dank hatten sich die stolzen Islandpferde ein Eis ausgesucht ; Marke festgefrorener Kotflügel und Scheibenwischer. Für uns also eine kostenlose Autowäsche.



Anschließend ging es weiter zum Skogafoss, wo wir mit den Teilnehmern eine weitere Fotosession einlegten den leeren Bus zurück nach Reykjavik schickten, um endlich den Rest unserer Gruppe abzuholen.



Nach einem leckeren Abendbrot und einer lockeren Vorstellungsrunde waren alle noch bereit, unseren spannenden abendlichen Programmpunkt zu absolvieren. Und das hat sich mehr als gelohnt. Der Skogafoss liegt in einem Felsenkessel und ist ebenfalls ebenerdig zu erreichen. Gegen 22 Uhr sattelten wir gewissermaßen unsere Fotorucksäcke und begaben und gespannt Richtung Wasserfall der in der stockdunklen Nacht kaum auszumachen war. Nach einigem Hin und Herr und sortieren von Stativen, Teilnehmern und Touristen probierten wir uns an Fotos mit Langzeitbelichtung, die den Wasserfall recht spektakulär zu Geltung brachten. Und dann kam neben dem fantastischen Firmament als Krönung des Tages und zur Begrüßung unserer neuen Teilnehmer ein wunderbares Nordlicht über den Rand gekrochen. Optimal war, dass die meisten bereits ihre Kameraeinstellung gemacht hatten und ungetrübt den Ausblick genießen konnten.



Was für ein Abschluss. Morgen geht’s Richtung Gletscherlagune. Ich bin gespannt, was uns dieser Tag bringen wird.

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Zu viel Schnee ...

Tatsächlich – irgendwann in der Nacht ist der Regen in Schnee übergegangen, so dass uns heute Morgen eine dicke Schneedecke erwartet hat. Bis ich meine Teilnehmer am Nachmittag vom Flughafen abhole ist noch etwas Zeit und der Tag beginnt mit einem ordentlichen Frühstück. Es ist in Island übrigens üblich, zum Frühstück verschiedene Heringssalate zu reichen, häufig mit Curry und gesüßt oder mit roter Bete, Nelken und Zwiebeln. Ich kann nur empfehlen, diese zu probieren.

Gegen Mittag schnappten wir uns den Tourbus und befreiten ihn mangels eines besseren Werkzeugs mit einer alten Telefonkarte von Eis und Schnee. Merke – Mietautos in Island haben zwar Spikes an den Rädern aber keinen Eiskratzer an Bord. Der Himmel hatte inzwischen eine bedrohliche Schwarzfärbung angenommen und bildete einen fotografisch interessanten Kontrast zur schneebedeckten Landschaft. Was fotografisch interessant ist, muss nicht notwendigerweise gut für den Verkehr sein und folgerichtig brach wenig später ein regelrechtes Unwetter los. Zum Flughafen ging es nur noch im Schneckentempo vorwärts und wir waren froh, den schemenhaften Umrissen des Vordermanns folgen zu können.


 


Statt 45 Minuten brauchten wir die doppelte Zeit nur um festzustellen, dass unsere Schneetour völlig umsonst war. Was war geschehen? Nachdem wir zwischendurch immer wieder die nach hinten rückende Ankunftszeit unserer 4 Teilnehmer aus Frankfurt verfolgten, sorgte bald ein kleines Detail für Irritationen. Statt Ankunft in Reykjavik stand plötzlich als Zielflughafen wieder Frankfurt am Display.


 


Wie wir später erfahren sollten, wurden unsere armen Teilnehmer nach ein paar Schleifen über Island aufgrund des schlechten Wetters wieder nach Frankfurt zurückgeflogen. Von Frankfurt nach Frankfurt in nur 8 Stunden! Morgen müssen wir daher ein bisschen umplanen. Nach ein paar Stunden schafften es zumindest Sabine und Jörg aus Zürich zu landen und mit uns ins Hotel zu fahren. Inzwischen hatte der Schneesturm nachgelassen und Reykjavik begrüßte uns zwar mit Wolken aber glasklarer Sicht. Willkommen in Island! Daher beschlossen wir nach einem kurzen Abendessen uns mit Kamera, Stativ und Bus in die Stadt zu begeben und die ersten Fotoaufnahmen zu machen. Für mich ist das die ideale Gelegenheit, die fotografischen Seiten der Teilnehmer kennenzulernen. Für die Teilnehmer, die Eignung ihrer Kleidung zu prüfen.



Nach einer kurzen Einstimmung am Sonnenschiff, konnten wir uns tatsächlich an der Harpa austoben und stimmungsvolle Langzeitbelichtungen mit Spiegelung ausprobieren. Den Abend beschlossen wir dann an der Hallgrímskirkja, dem höchsten Kirchengebäude Islands und natürlich auch das Wahrzeichen von Reykjavik, die übrigens gar nicht so leicht abzulichten ist. Morgen müssen wir früh das Hotel verlassen, damit wir unser Tagespensum schaffen, bevor wir unsere in Frankfurt gestrandeten Teilnehmer hoffentlich einsammeln können.


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VELKOMIN TIL ÍSLANDS!

Es geht los! Ich bin unterwegs nach Island. Vollgepackt mit Kameraausrüstung, Vorfreude und Erwartungen – und okay ein bis zwei warmen Pullovern. Insgesamt habe ich etwa 90 Kilogramm Gepäck dabei. Das ist wohl das Los eines Fotografen, der lieber ein Objektiv als eine Socke mehr mitnimmt.



Letzte Wochen sind heftige Winterstürme über Island hinweggefegt. Immer noch soll es sehr stürmisch sein und der wunderbare isländische Wetterbericht abzurufen über vedur.is gibt gerade im Süden und der Region um Reykjavik noch Warnungen heraus. Also alles gut. Wer aufmerksam die Nachrichten aus Island gelesen hat, konnte die Auswirkungen des auch für Island extremen Wetters in Berichten über Unfälle und Rettungsaktionen für im Schnee festsitzende Touristen verfolgen. Unter anderem gab es einen tödlichen Unfall mit einem Reisebus, nachdem dieser einem anderen Touristenauto ausweichen musste, dessen Insassen sich die Ringstraße als Parkplatz ausgesucht hatten. Auf der einzigen Straße, die rund um Island führt, ist Halten verboten und um ehrlich zu sein, meist ist es auch nicht möglich den Rand der schmalen Straße zu befahren. Fotografen wie wir, müssen die nächste Haltebucht oder Einfahrt abwarten, um halten zu können. Sicherheit geht vor!

Aber es gibt natürlich immer wieder Abenteurer, die eine extreme Herausforderung suchen. Beispiel gefällig ? Hier findet ihr einen Link zum Film „Under an Artic Sky“ über eine Gruppe von Surfern, die auf der Suche nach der besten Welle sind. In Island. Vor einem großen Sturm. Im Winter. Wen die Story nicht interessiert, der sollte sich zumindest die Bilder anschauen. Island im Winter ist großartig!

Ich bin ganz froh, dass es diese Woche sehr viel besser aussehen soll auch wenn ein Blick aus meinem Hotelzimmer wenig vielversprechend aussieht. Es regnet stark. Mit unserem ersten Teilnehmer, Henning, habe ich schon ein Begrüßungsboli (isländisches Bier) getrunken und ein leckeres Abendbrot gegessen.



Gleich werde ich noch ein paar Vorbereitungen für unseren Workshop treffen bevor es dann endlich ins Bett geht. Ich bin auf unsere Teilnehmer gespannt und freue mich auf morgen. Wenn der Wetterbericht stimmt, wache ich morgen auf und alles ist weiß – der perfekte Einstieg in unseren Winter-Fotoworkshop.

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Island 2018 - Fotoreise ins Winterzauberland

Die Ausrüstung ist kontrolliert und gepackt. Die letzten Reisevorbereitungen sind im Gange und ich freue mich riesig auf euch - die Teilnehmer an unserem diesjährigen Fotoworkshop ins beste Land für Fotografen. Macht euch bereit für 8 intensive Tage Faszination, Abenteuer und Spaß und vor allem - unglaubliche Landschaftshighlights wie ihr sie nur im Winter erleben könnt.

Wir sehen uns am Samstag - in Island !

Eure Kristin

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Architekturfotografie in Reykjavik

Am endgültig letzten Tag unseres Workshops gönnten wir uns und den verbleibenden Teilnehmer ein spätes gemütliches Frühstück im Hotel. Steffen musste leider schon etwas eher nach Hause fliegen. Dann ging es bei stürmischen Wind und leichtem Regen auf zur Reykjavik-Tour. Wegen der Witterungsverhältnisse gingen wir auf Nummer sicher und machten ein Indoor-Whale-Watching in Europas neuestem und größtem Walmuseum im Hafen der isländischen Hauptstadt. In atemberaubender lebensechter Größe schweben in einer blaugetauchten Halle ca. 20 Wale und Delfine durch die Luft und beeindrucken die Besucher durch ihre Vielseitigkeit, Aussehen und Naturtreue.


 

 

Sehenswertes Walmuseum in Reykjavik mit lebensgroßen Modellen und vielen interaktiven Informationscomputern


Unsere Fotografen waren restlos begeistert und versuchten die Giganten möglichst echt im Bild festzuhalten. Gemütlich bei Kaffee und Keksen ließen wir die tolle Stimmung auf uns wirken und lauschten den Gesängen und Klackerlauten der Riesen.
Im neuen Kultur- und Kongresszentrum Harpa gab es eine Exkursion in die Geheimnisse der Architekturfotografie. Das architektonisch bestechende Gebäude inspirierte uns zu immer neuen Ideen und die Teilnehmer wurden mit der Zeit mutiger in der Bildsprache und probierten auch ungewöhnliche Ansichten. Das Ergebnis ist sehenswert und zeigte, dass es sich lohnt Neues auszuprobieren.


 

Innenansichten des Konzert- und Konferenzhauses Harpa in Reykjavik


Am Stadtsee Tjörnin hatten die eiskalten Temperaturen der letzten Tage eine spiegelglatte Eisplatte entstehen lassen, die es uns trotz starken Windes ermöglichte stimmungsvolle gespiegelte Stadtansichten im Abendlicht zu fotografieren. Die jungen Singschwäne sorgten nebenher für Erheiterung (siehe Video).




Im schwindenden Licht gab es die letzte Fotolektion an der teilweise eingerüsteten Hallgrímskirkja, der markanten und größten Kirche im Stadtzentrum von Reykjavik. Hier bestand die Aufgabe darin, durch geschickte Wahl der Perspektive störende Bildelemente wie Baustelle, Touristen oder Autos auszublenden.
Da ich es auch als meine Aufgabe betrachte, den Workshop-Teilnehmern die Gepflogenheiten und Kultur Islands zu vermitteln, durfte ein wichtiges Element der isländischen Lebensweise nicht fehlen: Hákarl. Der nicht ganz zu Unrecht als Gammelhai bezeichnete fragwürdige Genuss des fermentierten Grönlandhais wurde in der Woche mehrfach thematisiert und nun am letzten Abend auch probiert. Mit einem ordentlichen Schluck Brennivín wurde es zwar auch nicht besser, aber wir fühlten uns danach fast wie richtige Isländer und Kristin und Christian nahmen zur Sicherheit gleich zwei Stücke dieser „Köstlichkeiten“.


Eine isländische Spezialität ist Hákarl - fermentierter Grönlandhai. Nicht immer ein Genuss aber Teil der isländischen Historie und Kultur


Morgen geht es für alle zurück nach Deutschland.

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Von Thors Rache und Entspannung in der Blauen Lagune

Nach einer geruhsamen Nacht direkt gegenüber dem zuverlässig spuckenden Strokkur und voller Tatendrang wartete schon vor dem Frühstück das erste Abenteuer auf uns. Allerdings eher kulinarisch als fotografisch, denn als kleines Gruppenevent stand heute zuerst gemeinsames Anstoßen auf dem Programm: mit Lebertran. In vielen isländischen Hotels steht die ölige Flüssigkeit am Frühstücksbuffet und wird in ebenfalls bereitgestellten Schnapsgläschen serviert. In den Wintermonaten ist Lebertran in Island ein traditioneller Vitamin-D-Lieferant. Wir ließen es uns daher nicht nehmen und taten es den Isländern gleich. Skál ! Das ging runter wie Öl – hmmm.


Frühstücken wie ein Isländer. Nur damit kein falscher Eindruck entsteht - es handelt sich nicht um Schnaps sondern um Lebertran.


Nachdem alle Taschen und Stative wieder im Auto verladen waren ging es dem seltsamen Lichtschein am Himmel folgend weiter nach Reykholt. Dort offenbarte sich dominante Lichtschein am Himmel leider nicht als Nordlicht, sondern als sehr große Gewächshausansammlung. Durch die beleuchteten Scheiben konnten wir tausenden grünen Gurken beim Wachsen zusehen.In der blauen Stunde wirkte des extrem gelbe Licht besonders durch den Komplementärkontrast.


Gurken in einem Gewächshaus in Reykholt.


Wir besuchten bei zunehmend schlechter Witterung die Kirche in Skálholt, an deren Stelle sich in früheren Zeiten der erste Bischofsitz in Island befand.


Im Ort Hveragerði legten wir eine kleine Pause ein und besuchten das Shopping-Center. Dort befindet sich die Ausstellung „Quake 2008“. In diesem Jahr zerstörte ein Erdbeben der Stärke 6.3 auf der Richter-Skala Häuser und Einrichtungen und führte zu einem großen Riss im Boden des Gebäudekomplexes, der heute mit einer Plexiglasplatte abgedeckt ist und die enormen Kräfte des Erdbebens veranschaulicht. Jetzt zeigte uns Thor die volle Bandbreite seines meteorologischen Könnens (alles außer Sonne) und bedachte uns nacheinander und später auch gemischt mit Sturm, Nebel, Regenschauern und Schneegestöber. An Fotografieren war kaum noch zu denken. Also machten wir kurzerhand eine Sightseeing-Tour auf Reykjanes. Die geplanten Fotolektionen wurden in „Fotografieren unter widrigen Bedingungen“ und „Ausdrucksstarke Schlechtwetterfotos“ abgeändert. Uschi und Christian ließen sich auch vom kalten Eisregen nicht beirren und machten sich beharrlich mit ihren Kameras über die mit Moos bewachsenen schroffen Lavafelder her.

Auch schwefeligen Solfataren Krusuviks und der Vulkan Gunnuhver beeindruckten unsere Teilnehmer so sehr, dass sie sich trotz eisiger Kälte, beschlagener Linsen und durchnässter Klamotten nicht vom Fotografieren abbringen ließen.


Unsere tapferen Fotografen vor der heißen Quelle im Hochtemperaturgebiet Gunnuhver. Mit bist zu 300°C das heisseste in Island.


Im tradionellen „Kaffi Duus“ gab es einen kleinen Snack zum Auftauen und danach ging es direkt ins 800 Jahre alte Lavafeld zum Baden und Erholen in die „Blaue Lagune“. Als „Abfallprodukt“ eines  Geothermalkraftwerkes bildete sich dort ein Salzwassersee, dessen blau-weiße Farbe durch Kieselerde hervorgerufen wird. Das Wasser enthält zusätzlich Mineralsalze und Algen und ist bis zu 42° Celsius warm. Inzwischen ist dort ein riesiges Wellness-Zentrum entstanden, das trotz der Besucherströme nicht überlaufen wirkt. Übrigens wird dort eine Art moderne Islandsaga tradiert. Wer sich dort den weißen Kieselerdeschlamm auf das Gesicht pappt, soll wie durch Zauberhand 10 Jahre jünger werden. Also schleppten wir unsere von der anstrengenden Woche erschlafften und  durchnässten müden Körper zur Schlammtheke und schmierten, was das Zeug hält.


Der Effekt der Verjüngungskur ist natürlich erst nach dem Abspülen der weißen Packung erkennbar...


Auch die von der Blauen Lagune gesponserte Feuchtigkeitscreme wurde als lustige Gruppenaktivität aufgetragen und wir verließen mit verjüngten, glänzenden Gesichtern das Thermalbad Richtung Hafen zum leckeren Abendessen, bei dem wir nach dem Gull ein weitere isländische Biersorte probierten (Boli). Ermattet aber zufrieden ging es dann endlich in unser Hotel in Reykjavik.

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Golden Circle

Am frühen Morgen ging es aus unserem Hotel auf der Ringstraße in Richtung Þingvellir weiter, das für Island eine herausragende Bedeutung einnimmt. Hier wurde schon vor über tausend Jahren das Althing abgehalten, eine Volksversammlung bei der Gesetze beschlossen und Gericht gehalten wurde. Þingvellir ist damit eines der ältesten Parlamente der Welt. Doch nicht nur die historische sondern auch die geologische Bedeutung ist groß, denn in diesem Nationalpark befindet sich eine Grabenbruchzone, wo die eurasische und die amerikanische Platten auseinanderdriften. Auf dem Weg dahin stoppten wir am Úlfljótsvatn einem kleinen See unterhalb des Þingvallavatn, auf der 360 weit über der Seeoberfläche, um die im frühen Winterlicht im See gespiegelte Wolkenlandschaft einzufangen. Als zusätzlicher Blickfang und Anker für die Fotos diente eine kleine Kirche am Seeufer.


Kirche am Úlfljótsvatn auf dem Weg nach Þingvellir


Das Wetter blieb uns noch eine kleine Weile treu und so konnten wir später am großen Þingvallavatn nochmal mit Spiegelung arbeiten. Während unserer Wanderung durch Þingvellir begann es leicht zu schneien. Die Grabenbruchzone ist leider seit einiger Zeit mit Wanderweg aus Holzbohlen versehen, so dass die Natürlichkeit etwas leidet. Hier war die Aufgabe, eine geschickte Perspektive zu wählen.


Ansicht der Grabenbruchzone zwischen eurasischer und nordamerikanischer Kontinentalplatte


Schwer beeindruckt waren die Teilnehmer von den Tauchern, die die mit klarem Gletscherwasser gefüllte Silfra-Spalte zum Tauchen oder Schnorcheln nutzten. Wir haben etwa -5°C gemessen und uns das Ganze mit einigermaßen warmer Outdoor-Kleidung und einem warmen Tee angeschaut.    

Weiter ging es Richtung erstmal vorbei am Geysir Richtung Gullfoss. Dort angekommen konnten wir zunächst kaum ein Foto machen, da starker Wind uns Eisregen und Schnee ins Gesicht blies und Kleidung wie auch Kameras in kurzer Zeit mit einem Eispanzer überzog. Auf der oberen Ebene hatten wir aber einen idealen Blick auf den teilweise eingefrorenen Wasserfall, was wirklich alle von uns begeisterte.


Eingefrorener Gullfoss von der oberen Plattform aus fotografiert


Am Nachmittag ging es dann zum Geysir, unserer letzten Etappe an diesem Tag. Der Strokkur, eine Heißwassergeysir, bricht relativ regelmäßig mit einer hohen Wassersäule und im Winter mächtig viel Dampf aus. Da sich die Touristen zahlenmäßig in Grenzen hielten, konnten wir ruhig fotografieren.

Am Abend genossen wir unser Abendessen im Geysir-Hotel gegenüber und stöberten in der Bildergalerie des Tages.  

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