Reiseblog Island im Winter

Ein unglaublicher Tag

Liebe Leser, nach der Anstrengung der letzten Tage, ist uns heute Unglaubliches passiert. Zunächst aber kündigte der isländische Wetterbericht Wolken und starken Wind an, weshalb wir uns entschieden, zuerst einen Stopp im Lava Centre in Hvolsvöllur an der Südküste Islands einzulegen. Das Museum, wenn man es so nennen darf, ist eine einzigartige Erfahrung und auf jeden Fall einen Besuch wert.



Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, denn das würde sicherlich einen Teil des Überraschungseffekts nehmen. Nur so viel- das Museum vermittelt auf höchst moderne und unterhaltsame wie beeindruckende Weise Wissen über Vulkanismus in Island und dessen vulkanischen Ursprung. Erlebnis für die Sinne pur!




Da das Wetter sich hielt und sogar ab und zu die Wintersonne herauslugte fuhren wir anschließend über die komplett zugeeiste Straße Nr. 32 zum Doppelwasserfall Hjálparfoss des Flusses Fossá í Þjórsárdal. Dabei stellten wir unseren Fahrer Jörg des Öfteren vor Herausforderungen, da es einige interessante Fotomotive entlang der Straße gab und unser Ruf „Hier halten!“ nur theoretisch sofort umsetzbar war. Praktisch schlitterte unser Allrad-Jeep mit Spikes noch dutzende Meter munter vor sich hin bevor er zum Stillstand kam.



Auf der Straße waren wir praktisch allein und die Zufahrt aufgrund der Straßenverhältnisse nicht einfach. Daher machten wir munter Scherze, dass sich wahrscheinlich hinter den Hügeln der menschenleeren Gegend ein Kiosk, Toilettenhäuschen und mehrere Reisebusse verbargen und trauten unseren Augen nicht, als zumindest letzteres stimmte. Ganz ehrlich, vor 3 Jahren hätte es sowas nur im Sommer gegeben. Die Zeiten haben sich bereits geändert! Dann ging es zurück ins Hotel und ab in die Hot Tubs und zum Abendessen.

Mitten beim Blogschreiben, klopfte es plötzlich an die Zimmertür und Christian teilte uns mit, dass draußen deutlich Nordlichter am Himmer zu sehen sind und der Aurora Forecast auf über 4 Kp steht. Juhhhhhhuuuuu! Auch wenn ich schon total müde war, stieg ich umgehend in die vielfachen Schichten meines warmen Zwiebellooks, schnappte Kamera, Rucksack und Stativ und sauste auf die Wiese vor dem Hotel. Deutlich waren, wenn auch noch schwach, 3 hellere Bänder, zu erkennen, die sich über den ganzen Himmel spannten. Bei Nordlichtern gibt es unterschiedliche Typen. Abhängig davon, wie und wo der Sonnenwind auf die Atmosphäre trifft. Sind nur statische schwach helle Bänder zu sehen, sollte länger belichtet und darauf geachtet werden, dass die Iso Empfindlichkeit nicht allzu hoch eingestellt wird (Kameraabhängig).



Hat man jedoch das Glück bewegte Nordlichter zu sehen, wird es fotografisch anspruchsvoll, denn die tanzenden Lichter wechseln permanent die Richtung und Helligkeit, in dem sie sich verdichten und auseinanderziehen und dabei sogar richtig oft flackern können. Man muss abschätzen, wohin sich die Nordlichter während der Aufnahme bewegen werden, und wie die Kamera eingestellt werden muss, dass man die Helligkeitsunterschiede abfangen kann.



Oftmals ist es ein Glücksspiel und man ist so stark auf die Einstellungen im Dunkeln konzentriert, dass man das eigentliche phantastische Naturschauspiel an sich gar nicht richtig genießen kann. Ein Weitwinkel eignet sich übrigens, um große Teile des Himmels einzufangen. Am Schluss lagen wir einfach nur noch auf dem Boden, denn die 3 Bänder hatten sich als Bogen über den ganzen Himmel gespannt und fingen als grüne Schleicher mit leicht rötlich flackernden Rändern über uns an zu tanzen. Atemberaubend! Morgen ist unser letzter Tag in Island und die faszinierende Insel hat sich heute definitiv gebührend von uns verabschiedet. Mal sehen, was uns der letzte Tag noch bringt.

Von der Nordküste zur Südküste

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Dienstag, 18. Dezember 2018