Reiseblog Island im Winter

An der Südküste

Heute morgen haben wir zunächst die Stimmung durch ein kleines Tetris-Spiel aufgelockert, indem wir erst die Koffer und anschließend uns selbst in unseren Tourbus gepuzzelt haben. Das hat gut funktioniert und los ging es zum nur 200m entfernten Skogafoss in der blauen Stunde. Pünktlich zur Ankunft des ersten Touribusses hatten wir alle Aufnahmen im Kasten und machten uns auf den Weg weiter nach Osten. Diese Strecke ist bekannt für starke seitliche Winde und auch jetzt machten Schneeschwaden die Straße fast unsichtbar. Sofort kam arktisches Feeling bei uns auf.



Bis auf die Tatsache, dass unsere Teilnehmer ab und zu die Scheiben freikratzen mussten (von innen), konnten wir die Landschaft bei herrlichem tiefen Sonnenlicht genießen. Natürlich mussten wir in Laufskálavarða halten und unsere glückbringende Steinpyramide bauen. Und das hat sich gelohnt! Der Tag bescherte uns Sonne und unglaublich gute Fernsicht – quasi ein Markenzeichen des isländischen Winters. Immer wieder legten wir kleinere Fotostopps auf der Strecke und machten gegen Mittag Rast in Kirkjubaerklaustur, auch um endlich auch der Keramikabteilung einen kleinen Besuch abzustatten. Leider kam zur gleichen Zeit ein großer Reisebus an und schnell bildete sich eine ordentliche aber viel zu lange Schlange am einzigen Örtchen. Daher disponierten wir kurzerhand um und begaben uns erstmalig zum Infozentrum, wo uns eine kleine aber schöne Ausstellung über die mannigfaltigen Erscheinungsformen von Moos auf Lava erwartete. Sehr empfehlenswert. Nach einer Portion Tee, Würstchen und der fantastischen isländischen Milchspezialität Skyr (ja – gibt es auch in Deutschland, ist aber trotzdem nicht das Gleiche ;o) ging es zur Gletscherzunge des Svinafeljökull, Dort machten wir die verblüffende Erfahrung das es im Jahre 2018 doch noch ein landschaftliches Highlight in Island fast ohne Touristen gibt. Nur ein paar versprengte Bewunderer der spektakulären Eislandschaft genossen mit uns die Gletscherwelt.



Auch hier wurden wir daran erinnert, dass es nicht ungefährlich ist, die Natur in Island zu bestaunen. Die hohen Felswände an den Seiten ließen regelmäßig Schauer von Eisbrocken auf uns herabregnen, die die Sonne vom Stein absprengte. Zusätzlich war der ohnehin halsbrecherische Pfad komplett vereist und niemand hatte Lust seine Abreise vertikal zu gestalten und im vereisten Gletschersee zu landen. In der Dämmerung gelangten wir schließlich am Gletschersee Jökulsarlon an und konnten das restliche Licht noch zum Fotografieren der Gletscherbruchstücke nutzen.



Diesmal war die Lagune, an der schon Filme wie „Tomb Raider“ und „James Bond: Die Another Day“ gedreht wurden, relativ leer und nur wenige Eisblöcke dümpelten im Gezeitenstrom. Anschließend ging es zurück ins Hotel, wo wir nach einem schmackhaften Abendbrot endlich zu unserer ersten Bildbesprechung kamen. Island, gleiche Locations, 7 Fotografen, gleiches Licht: macht was? Genau! Lauter verschiedene, spannende Bilder von den gleichen Orten. Toll! Thema waren heute Ecken und Kanten (nicht wahr Harald?) sowie Vorder- und Hintergrundbetonung und Linienführung. Morgen geht’s auf ins Eis – und zwar wortwörtlich. Bis dahin – vielen Dank fürs Lesen meines Blogs.

Ab ins Eisland
Fantastisch : Polarlicht zum Einstieg

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Dienstag, 18. Dezember 2018