Blogs von Kristin Leske - photography

Fotostories, Bilder und Videos von Kristin

Die letzten 2 Tage vor unserer Heimreise

Für drei von unseren Teilnehmern ist heute die Island-Fotoreise zu Ende und es geht zurück nach Hause. Schön war es mit euch! Auch für uns heißt es bald Abschied nehmen. Die letzten 2 Tage des Fotoworkshops in Island liegen vor uns und die wollen wir noch ausgiebig nutzen. Unseren Hotelaufenthalt in Keflavík werden wir sicherheitshalber verlängern, denn das Wetter soll unbeständig bleiben und Schnee bringen. Den Tag starten wir mit einer Bildbesprechung und einem Training zur Bildbearbeitung, bevor wir uns nach Süden begeben und den Straßenzustand testen. Aber holla die Waldfee. Es muss auf der Halbinsel gewaltig geschneit haben, denn immer noch türmen sich Schneeberge und die Straßen sind teilweise unpassierbar.

Unser erster Stopp war Brimketill, die natürlichen Basaltbecken an der Küste. Heute war das Meer ruhig, kein Vergleich zu unserem ersten Tag vor einer Woche, wo schwere Brecher über die Steine fegten.



Anschließend fuhren wir zur Fumarole Gunnuhver. Glücklicherweise stoppten wir rechtzeitig auf der Stichstraße bevor wir mit dem Bus in einer meterhohen Schneewehe steckenblieben. Zum Laufen war es zu weit, aber wozu haben wir denn ein Teleobjektiv? Gesagt, getan und schon waren die Bilder im Kasten. Da wir auf den Straßen nicht weiterkamen, beschlossen wir nach Reykjavík zu fahren und dort zunächst die Hallgrímskirkja zu besuchen. Wie viele Kirchen in Island ist das Innere sehr schlicht. Um die Kirche von außen gut zu fotografieren und möglichst keine Touristen im Bild zu haben, muss man einen besonderen Standpunkt suchen.



Danach besuchten wir das Konzerthaus Harpa. Fotobegeistere können sich an diesem architektonischen Wunderwerk die Finger wund fotografieren. Die Fassade besteht aus verschachtelten Waben aus dichroitischem Glas, das je nach Lichteinfall und Beleuchtung eine andere Farbe zeigt. Finden sich im Inneren kaum parallele Linien und Motiv reiht sich an Motiv. Wir arbeiteten uns zunächst im Innenraum vor und entdeckten immer wieder neue Perspektiven. Nach dem Abendessen kehrten wir nochmal zurück aber diesmal, um mit Langzeitbelichtung das Farbenspiel der lebhaft beleuchteten Außenfassade einzufangen.



Den Abend beschlossen wir gemeinsam im Rooftop-Pol. Das ist einfach herrlich unter freiem Sternenhimmel im warmen Wasser vor sich hinzudümpeln, während einem langsam die Nase abfriert. Darum könnte man die Isländer wirklich beneiden. 



Der Straßenzustand war immer noch etwas kritisch und der nächste Tag verhieß laut Wetterbericht weitere Schneefälle. Eigentlich wollten wir uns nach Snæfellsnes aufmachen, was aber eine einfache Fahrt von 3 Stunden bedeutete. Das war uns am Ende doch zu heikel. Was, wenn das Wetter wieder umschlug und wir nicht rechtzeitig am Flughafen wären? Wir schoben daher erst eine Übungsstunde Bildbearbeitung ein und gingen dann auf Nummer sicher und versuchten unser Glück auf Reykjanes. Unser erster Fotospot waren dann die Trockengestelle für die Fischköpfe.

Anscheinend war zwischenzeitlich Ernte, oder wie man das eben bei Fischköpfen nennt, denn einige Reihen wurden innerhalb der letzten Wochen geleert. Auf unserem Weg zum Geothermalgebiet Seltún, machten wir an einem wunderschönen Lavafeld halt, dem einzigen Stück, wo grünes Moos zu sehen war. Warum ausgerechnet dort, kann ich mir nicht ganz erklären, denn an allen anderen Stellen, war das Moos braun.



Egal - schön sah es allemal aus und wir tobten uns von Weitwinkel bis Makro fotografisch aus. Seltún selbst war unter Schneemassen begraben. Obwohl wir das Gebiet vor knapp einer Woche besucht hatten, war es nicht wiederzuerkennen. Meterhohe Schneewände bedeckten das Gelände und nur die warmen Stellen am Boden blieben frei. Dafür dampfte es stärker als zuvor. Ob sich wohl das darunter gesammelte Magma meldete? Wer weiß...



Eine herannahende Schlechtwetterfront mahnte uns, das Gebiet bald zu verlassen und wir machten, dass wir fortkamen. Ohne Zwischenfälle eierten wir auf den komplett vereisten Straßen an der blauen Lagune vorbei zu unserem letzten Hotelaufenthalt unseres Winterworkshops. Vor dem Kraftwerk wurde mineralhaltige und mit Kieselsäure angereicherte Wasser in das Lavafeld Illahraun, der Lava des Schreckens, geleitet und bildet dort bei bestimmten Lichteinfall eine wunderschöne hellblau-türkisfarbene Wasserfläche. Nachdem wir schon mindestens dreimal daran vorbeigerauscht waren und uns jedesmal ärgerten, dass wir diesen Anblick verpasst hatten, waren wir diesmal vorbereitet. Jörg stoppte den Bus im Halteverbot und wir Ahh-ten und Oh-ten und machten natürlich schnell unsere Fotos. Türen zu und weiter. Nach nur 10 Metern sah es noch schöner aus und wir stoppten wieder. Gleiche Prozedur - Türen zu und ... noch ein Halt. Das sah aber auch wirklich zu schön aus.



Alles in allem war es ein sehr schöner fotografischer Abschluss unserer Islandreise. Am Abend entschieden wir uns dagegen, unsere 5 verbliebenen Nudelsuppen, Skyrs und das Toastbrot aufzuessen und gönnten uns ein letztes Mal ein schönes Abendessen im Restaurant. Aber es wäre natürlich kein Intensivworkshop, wenn wir nicht noch eine Bildbesprechung gemacht hätten. DOch irgendwann mussten wir ins Bett, denn schon 4:15 Uhr hieß es wieder aufstehen für uns. Es wurde eine sehr herzliche Verabschiedung und mit Wehmut aber auch ein bisschen Vorfreude mache ich mich wieder auf den Weg nach Hause. Wer weiß, vielleicht bin ich dieses Jahr nochmal in Island. Schaut mal demnächst auf meiner Webseite vorbei.

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Das Beste kommt zum Schluss

Für drei unserer Teilnehmer wird das heute der letzte Tag unserer Fotoreise ins winterliche Island sein. Mal sehen, was er uns bringt. Nach einem zeitigen Frühstück im schönen Icelandair-Hotel von Vík packten wir in Schneegestöber unsere Koffer ins Auto. Komisch, eigentlich war nur etwas stärkerer Wind vorhergesagt. Aber schon bei der Abfahrt merkten wir, dass es vielleicht etwas mehr war, denn die Windstärke war ordentlich und über die Straße geblasener Schnee machte die Sicht schwierig. Wir gewannen erstmal Land und am Skogafoss war die Sicht wunderbar klar. Deswegen nahmen wir uns viel Zeit, den imposanten Wasserfall richtig ins Bild zu setzen.



Pünktlich um 10 Uhr rollten die ersten großen Touristenbusse an und wir hatten sogar einiges zu lachen über die Instagramm und Youtube-Poser, die ihre mehr oder weniger einstudierte Choreographie mit zweifelhaftem Erfolg filmten. Dann ging es weiter zu einem Überraschungsstopp, dem Bauern- und Eventhof Friðheimar, der neben der Pferdezucht auch Islands zweitgrößter Produzent für Tomaten und Gurken ist. Ja- richtig gelesen. Wir betraten das Showgewächshaus, dass sehr durchdacht und modern in so etwas wie ein Eventgasthof umgebaut worden war. Zwischen zahlreichen Reihen mit Tomatenpflanzen konnte man Platz nehmen und Dinge rund um Tomate und Co. zu sich nehmen, angefangen über die leckere Tomatensuppe, über Tomatenmarmelade, Tomatenkaffee und Tomatenbier sowie alle Arten von Maries (Bloody Mary, Happy Mary, Healthy Mary etc.)



Das besondere jedoch ist das Ambiente zwischen langen Reihen meterhoher Pflanzen die von eifrigen Hummeln bestäubt werden und teilweise schwere Trauben von Tomaten trugen (die Pflanzen, nicht die Hummeln). Wir ließen uns erzählen, dass der Standort 1000 Kilogramm Tomaten pro Tag produziert und fast ausschließlich Island beliefert. Unsere Tomaten aus dem isländischen Discounter "Bonus" kamen natürlich auch von Friðheimar.



Das Wetter blieb weiter ungemütlich, windig und kalt. Wir setzten unsere Fahrt fort, um gegen Nachmittag am Gullfoss, dem goldenen Wasserfall, einzutreffen. In diesem Winter, waren der Flußlauf der Hvíta und die Kaskaden selbst, mindestens so stark zugefroren, wie unsere Finger nach drei Aufnahmen. Wir ließen uns den Spaß aber nicht nehmen, denn schließlich sind wir nicht zum Urlaub hier, sondern um unsere fotografischen Fähigkeiten zu trainieren. Rainer zeigt sich begeistert von den recht speziellen Fahrzeugen auf dem Parkplatz, der Interessierte zu Schneemobil-Touren bringt.


Unsere weitere Reise führte uns dann zum Strokkur im Heißwassertal Haukadalur. Da es oft zu Mißverständnissen bezüglich des Namens kommt, hier noch eine Kurzdarstellung. Auf dem Gelände liegt der Große Geysir, der Namensgeber für alle Geysire weltweit ist. Dieser war längere Zeit inaktiv, bricht seit einem Erdbeben im Jahr 2000 immer wieder mal aus. Der Strokkur jedoch tat uns alle Ehre und bescherte uns ein paar schöne Ausbrüche. Auch die blau-türkisen Becken auf dem Gelände können ein schönes Motiv darstellen.



Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit entschieden wir uns direkt nach Keflavík zu unserem Hotel zu fahren. Immerhin mehr als 2 Stunden Fahrt und wir wollten ja auch noch ein Abendessen zu uns nehmen.  
Also ließen wir den Nationalpark rechts liegen und fuhren auf der 35 Richtung Ringstraße. Dort erlebten wir unsere erste Überraschung. Im Gegensatz zur Nebenstraße herrschte starker Wind und sehr schlechte Sicht, denn Böen trieben massenweise Schnee über die Straße. Komisch, so schlechtes Wetter hatten wir tagsüber nicht. In Hveragerði, was aufgrund seiner Tallage noch gut zu erkennen war, entschieden wir uns zur Weiterfahrt, denn nach Reykjavík war es nicht mehr weit. Doch was war das? Kaum über den Paß wurden die Bedingungen rasant schlechter. Bald schlich Jörg mit Schrittgeschwindigkeit an der Mittelleitplanke entlang, denn die Schneepflocken auf der rechten Seite, waren kaum noch zu sehen. Es wurde langsam dunkel. An einer der seltenen Tankstellen driftete Jörg nach rechts und entlockte uns einen kleinen Aufschrei. Aber er ging nur auf Nummer sicher und ließ eine anderes Auto vorbei, um sich an dessen Stoßstange zu hängen. Und das war gut. Bald merkten wir, dass die Straße nicht geräumt war und Schneewehen das Fahren immer schwieriger machten. Einige dunkle Autos hatten schon erkundet, wie tief der Schnee am Straßenrand war. Nur noch 10 km vor Reykjavik war nicht einmal mehr das vorausfahrende Fahrzeug zu erkennen. So ein Mist!
Wir krochen entlang der vermeintlichen Fahrspur entlang und atmeten erleichtert auf, als die Hauptstadt in Sicht kam. Puh - gerade nochmal gut gegangen. Reykjavik war von Schneemassen bedeckt. Selbst in der Stadt, waren die Straßen voll von Schnee und wie wir später lasen, kam es zu zahlreichen Unfällen und vom Fahren in der Stadt wurde abgeraten.


Wir hatten nur noch den Weg von 45 Minuten Richtung Flughafen zu fahren und natürlich war auch diese Strecke nicht einfach. Zu unserer Erleichterung bewältigten wir den Weg zum Restaurant ohne Probleme und ließen uns das Abendbrot schmecken. Jetzt nur noch die 450 Meter zum Hotel und der lange Tag wäre zu Ende. Tja - was soll ich sagen? Als wir die Stichstraße zum Hotel nehmen wollten, war diese nicht geräumt. Mit etwas Anlauf sollte es aber gehen, dachten wir zumindest. Natürlich blieben wir stecken! 200 Kilometer im schlimmsten Sturm waren wir durchgekommen und so kurz vorm Ziel aufgeben? Nicht mit uns! Alle stiegen aus und schaufelten fleißig mit Händen, Füßen und Eiskratzer die Schneeverwehungen weg, ein bisschen vorn geschoben, ein bisschen hinten gedrückt und schwupps - wir waren wieder frei.



Abends konnten wir im Rooftop-Pol unter freiem Himmel unsere erfolgreiche und sichere Ankunft genießen. Wahnsinn!

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What a day!!

Liebe Islandfreunde, wir haben heute eine Gastautorin. Carola unsere Mitfotografin hat uns heute einen Beitrag geschrieben, um ihre Begeisterung für die heutigen Erlebnisse auszudrücken. Das war aber auch wirklich beeindruckend! Aber der Reihe nach. Wir hatten uns schon gestern abend verabredet, heute morgen zeitig zur blauen Stunde zur Diamond-Beach zu fahren bevor wir das Hotel verlassen. Gesagt - getan! Nach einem schnellen Frühstück verstauten wir unsere Fotorucksäcke und Fotografen im Auto (erster hinten im Kofferraum, letztere in der Fahrgastzelle (wo denn sonst?) und brachen in der Morgendämmerung gen Osten auf. Auf der Straße angekommen, blies uns der Wind fast von derselben. Wir hatten es mit einem veritablen Sturm zu tun und der Wind fegte Schneeschwaden über die Straße, so dass wir kaum den Weg erkennen konnten. Auf der Stirn von Jörg brachen Schweißperlen aus, vor allem, nachdem auf einigen Brücken halbmeterhohe Schneewehen unser Fahrzeug ins Schlingern brachten. Als wir wohlbehalten am Strand ankamen, fragten wir uns, ob wir überhaupt wieder zurückkämen. Von diesen Gedanken ließen wir uns aber zunächst nicht behelligen und unsere Teilnehmer nutzen die Morgenstunde und die aufgehende Sonne, um die Eisbrocken aufs Korn zu nehmen. Rainer beschäftigte sich besonders intensiv mit einem einzigen Eisblock, so daß wir heute beschlossen haben, dem Eisblock einen Namen zu geben. Horst, wollte einfach nicht so in die Wellen, wie Rainer das gern gehabt hätte und schließlich mußten wir ihn am Strand zurücklassen. Der Rückweg verlief aber reibungslos, wenn man von dem kleinen Stau auf einer Brücke aufgrund eines steckengebliebenen Fahrzeugs absah. Puh - nochmal gut gegangen.



Wir sammelten Carola im Hotel ein und begaben uns wieder auf die sturmgepeitschte Piste. Sonne, Schnee und Wind formten ein bizarres und faszinierendes Gemälde und wir machten bald Halt um nochmal die malerischen Berge in einer Wasserspiegelung abzulichten. Der Wind haute uns die Eiskörner um die Nasen. Carola beschreibt die Situation so:Das ultimative Islanderlebnis: aussteigen, Motiv suchen, die ersten Fotos machen. Der Wind fegt über das Land, es ist deutlich kälter geworden.



Aufschrei! Rainer irrt auf der Strasse herum, leicht verzweifelt ertönen die Worte: meine Brille, meine Brille! Der Wind entreisst ihm Kappe und Brille, ca. 20 Meter weiter kann Jörg beides retten. Alles gut? Jaaaaa, hinlegen, umdrehen, ruhig bleiben. Es schneit und windet in ungeahnten Dimensionen, Abenteuer pur. Foto machen, wegdrehen, Kamera „sichern“,  frieren, an Motiv dranbleiben, neu fokussieren, wegdrehen, die anderen sehen, nicht sehen. Einfach toll! Durchgefroren aber glücklich steige ich wieder in den Bus: Natur pur mit voller Wucht. Ich geniesse diese Momente in denen ich spüre, dass die Natur dominiert, mir immer wieder meine Grenzen aufzeigt. Und dies eingebettet in dieser wunderschönen, friedlichen und zugleich energetischen Landschaft.



Tja - Carola war hin und weg. Wir sausten weiter gen Westen und stoppten noch an einem kleinen Wasserfall am Rande der Straße. Ich war etwas enttäuscht, denn ich kannte es nur so, dass unser haltendes Fahrzeug jede Menge andere Touristen anlockt, weil diese glauben, etwas zu verpassen. Aber diesmal zogen alle Autos vorbei und wir hatten den Fotospot für uns allein.



Hinter Kirkjubæjarklaustur bogen wir rechts zum
Fjaðrárgljúfur ein, besser bekannt als Justin-Bieber-Schlucht. Im Jahr 2017 wurde diese Schlucht geschlossen, weil es einen Touristen- bzw. Fanansturm auf diese Sehenswürdigkeit gab, nachdem der Sänger in einem Musikvideo auf den Rändern des Canyons herumsprang. Angeblich wurde die Attraktion touristisch aufgearbeitet, wobei ich nicht wirklich gesehen habe wo. Die Toilettenhäusschen waren vorhanden und wie die Jahre zuvor geschlossen, es gab eine Absperrung mehr und das war es. Nun gut.



Nach einem Imbiss (inwzischen sind wir Profis für Brokkoli- und Tomatensuppen und können auch eine Gourmet-Selektion asiatischer Nudelsuppen anbieten) fuhren wir weiter zu unserem heutigen Endziel, Vík. Diesmal fuhren wir jedoch zu erst den östlichen Strand an, von dem man einen herrlichen Blick auf die Felsentrolle hat, das Motiv, welches man auch von den Postkarten der Gegend kennt. Besonders der Vordergrund lieferte interessante Perspektivmöglichkeiten und konnte bewusst ins Bild gesetzt werden, um eine moderne Ansicht zu erzeugen.



Aufgrund des guten Wetters entschieden wir uns auch noch das Felsentor an der Hlabinsel Dyrhólaey anzufahren. Die Auffahrt war gesperrt, denn zu viele Fahrzeuge bleiben im Winter an den steilen unbefestigeten Serpentinen hängen (so wie wir im letzten Jahr), aber es gibt einen Aussichtspunkt am Fuß der Klippen. Dort kann man markante Lavabecken und Basaltsäulen bewundern, allerdings ist der Blick durch das Felsentor aufgrund des ungünsigen Winkels nicht möglich. Dennoch einen Ausflug wert! Den Abend beschlossen wir im Icelandair-Hotel, diesmal auch mit einer ausgiebigen Bildbesprechung. Mal sehen, was uns der morgige Tag bringt!

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Ein Tag am Gletscher

8:45 Abfahrt - wohin ? Natürlich wieder zur Gletscherlagune, denn dort sollte eine Dreiviertelstunde später unsere Icecave-Tour starten. Tatsächlich rollte kurz vor Start unser Unimog vor, aber bevor es losgehen konnte, erlebten wir erstmal eine kleine Enttäuschung. Die Gruppe, mit der wir gemeinsam zur Gletscherhöhle fahren sollte, hatte sich in der Zeit vertan und wir mussten warten, denn unser Veranstalter, wollte sich die Einnahmen nicht entgehen lassen. Unsere beiden Guides hießen Ragnar und Pavel und dreimal dürft ihr raten, wer das kleine hutzelige Männchen war und wer der bärtige Riese. Genau! Ragnar, das kleine hutzelige Männchen setzte sich ans Steuer des riesigen Fahrzeugs und los ging es! Natürlich wie immer mit Erlebnisfaktor! Unterwegs sahen wir zum ersten Mal wild grasende Rentiere in großer Zahl. Reiseführer behaupten immer wieder, dass es in dieser Gegend welche geben soll, aber gesehen hatten wir noch keine. Danach ging es auf die Holperpiste und Ragnar machte seinen Job souverän. Ich denke, nach dieser Fahrt saßen tatsächlich einige noch in der Nähe der Stelle, wo sie sich am Anfang hingesetzt hatten.



Bald ging es zu Fuß weiter, aber erst mit Schutzausrüstung in Form von Steigeisen und Helmen. Es wurde ein recht langer Marsch von ungefähr 30 Minuten quer durch die Moränen. Das war anstrengend. Ragnar erzählte unterwegs interessante Fakten zum Gletscher mit dem schönen und einfachen Namen Breiðamerkurjökull (s. Video unten wer es mal ausgesprochen hören möchte.)


Ragnar bringt uns bei, wie der Gletscher auf Isländisch ausgesprochen wird


Es war Ragnar deutlich anzumerken, dass es ihn sehr mitnahm, wie sich der Gletscher in den letzten Jahren zurückgezogen hat. Der größte Gletscher in Europa (Grönland ausgenommen) zieht sich im Süden pro Jahr ca. 40 Meter zurück, während sein Gewinn im Norden durch Schneefälle nur wenige Zentimeter beträgt. Das ist deutlich zu erkennen, denn die Eiscaves der letzten Jahre sind nur noch Geröll. Die Höhle selbst war nicht besonders groß, hatte aber wunderschöne Schmelzlöcher mit blauem Eis.



Unsere Teilnehmer waren ziemlich gestresst, trotz der vielen Besucher noch gute Fotos zu machen. Hier ist tatsächlich etwas Koordination nötig, denn darauf zu warten, dass die anderen Platz machen ist schwierig, wenn immer wieder neue Besucherströme ankommen. Lieber sucht man sich geschickte Möglichkeiten zum Verdecken und Kaschieren oder wechselt die Formate, um Personen auszublenden. Diese Schwierigkeit werden wir sicherlich noch häufiger haben.

Ich hatte ganz vergessen zu fragen, wie die Icecave heißt. Im letzten Winter hatten wir erfahren, dass der Entdecker einer Gletscherhöhle auch der Namensgeber sein darf. So gab es die Höhlen Gin Tonic, Champaign und Anakonda. Ich fragte Ragnar und Pavel, warum die Männer zum Beispiel nicht einfach den Namen ihrer Frau oder Freundin nehmen konnten, wenn sie so etwas Wunderschönes benennen dürfen. Die Antwort von Pavel war 'Welche der Freundinnen?' und Ragnar meinte, dass sich die Icecaves über die Saison ziemlich verändern, zum Beispiel auseinanderfließen und breiter werden und das dieser Fakt zu Hause zu Problemen führen könnte...



Auf dem Rückweg wurden wir natürlich wieder ordentlich durchgeschüttelt, allerdings erzählte uns Ragnar als Kontrapunkt, was er und die anderen Iceguides heute essen würden (Bohnensuppe und Lammfleisch), während wir von unseren Sitzen flogen oder meinten wir würden mitsamt dem Auto umkippen und uns ängstlich festkrallten (Fleischbällchen - gab es übrigens gestern)

Den Nachmittag verbrachten wir schließlich am sogenannten Diamond-Beach und ließen die Kameras mit Langzeitbelichtung heiß laufen. Jetzt haben wir gerade 3 Stunden Bildbesprechung gemacht und ich bin stolz, welch tolle Fotos ich heute von allen gesehen habe. Das hat sich doch gelohnt!



 

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Let it snow!

Der Wetterbericht für heute verhieß Schnee, Regen und Schneeregen bis zum Abend. Na mal sehen, wie wir da vorankommen. Schon morgen vor der Abfahrt, zog es unsere Teilnehmer nochmal zum Skogafoss, denn die blaue Stunde konnte natürlich für Aufnahmen genutzt werden. Nach nur fünf Minuten waren allerdings die meisten wieder da, denn es hatte starker Schneefall eingesetzt. Etwas bedröppelt und in voller Islandmontur schauten sie dann Jörg und Carola beim Frühstücken zu, um nur 10 Minuten später doch wieder aufzubrechen, denn plötzlich war es wieder klar. Dieser Rhythmus zog sich durch den ganzen Tag. Heftige Scheeschauer abgelöst von kurzen klaren Pausen mit dramatischem Himmel bevor sich der nächste Schnee auf den Weg machte. Aber eigentlich war es Island pur. Die letzten Jahre lag relativ wenig Schnee oder gar keiner an der Südküste, doch heute hatten wir weiß satt. Dieses Überraschungswetter sollte uns den ganzen Tag begleiten.

Kurz vor Vik machte Frau Holle eine kurze Pause und wir entschieden uns spontan an den schwarzen Strand zu fahren. Natürlich fing es nach dem Aussteigen wieder an zu graupeln aber bei schlechtem Wetter wird dieser Ort zu etwas Einzigartigem. Die Eiskörner bildeten einen wunderschönen Kontrast zur schwarzen Lava hohe Wellen machen sich in der Dramaturgie auch nicht schlecht. Besonders ins Zeug beziehungsweise in den Sand legte sich Carola, die unbedingt die Froschperspektive ausprobieren wollten und sich beherzt auf den schwarzen Boden warf.



Natürlich mussten auch diesmal einige ausprobieren, ob das Wasser in Island auch so nass ist wie daheim, zum Beispiel ich. Wie immer, wenn man sich ins Motiv versenkt, verliert man leicht die Umgebung aus den Augen, die Umgebung aber einen selbst nicht. Folgerichtig überrollte eine Welle meine Beine und Island ist zugegebenermaßen nicht die Karibik. Trotzdem konnten wir schöne Aufnahmen machen und die Sachen werden schon wieder trocknen.



Nach Vík machten wir uns auf die Piste Richtung Kirkjubæjarklaustur für einen kurzen Tankstopp und Besuch des Visitor's Centre mit Informationen zum Laki-Ausbruch und einer Moosausstellung. Das viele Wasser in Vík hatten Objektive und Kameras von Rainer und mir fast außer Gefecht gesetzt, denn sie waren von innen beschlagen. Da half nur Wärme, denn im Auto waren unsere Möglichkeiten zum Trocknen beschränkt. Zum Glück löste sich das Problem nach einer Weile von allein und unsere Arbeitsgeräte waren wieder einsatzbereit. Im Übrigen passiert so etwas häufiger hier, aber die Kameras können auch viel Wasser ganz gut ab und man sollte nicht in Panik geraten, wenn die Notabschaltung aktiviert wurde oder das Objektiv von innen beschlägt. Nur in einer Tüte einpacken, wäre keine gute Idee. Einfach warm und trocken halten und Geduld haben.


Nach weiteren 40 Minuten Fahrt durch Schnee- und Graupelschauer erreichten wir in einer der oben genannten Frau-Holle-Pausen die Gletscherzunge Svínafellsjökull bei klarer Sicht. Der Gletschersee war zugefroren und wenig blaues Eis war sichtbar, denn die Oberfläche war größtenteils mit Schnee bedeckt. Nach ein paar Minute passierte was? Na klar, Schnee von oben! Wir genehmigten uns daher einen Imbiss bestehend aus Skyr, Tütensuppen und Kaffee und fuhren auf völlig vereisten Straßen zur Gletscherlagune Jökulsárlón.



Wie ich es schon häufig geschrieben habe, ist dies mein absoluter Lieblingsort in Island, dessen besonderer Reiz in seiner Veränderung liegt. So auch heute. Bis an den Rand voll mit zugeschneiten Eisschollen und kleinen Eisbergen präsentierte sich die Lagune wie immer anders, als ich sie je zuvor gesehen hatte. Wir nutzten das Abendlicht und auch den schneefreien Abend, um in aller Ruhe uns heranzutasten. Touristen waren nur noch wenige da, aber die Fülle an Eis, machte die Motivsuche anspruchsvoll. Erschöpft aber zufrieden bezogen wir unser Hotel und machten uns ans Abendessen. Obwohl uns der lange Tag schon recht müde gemacht hatte, wollten wir nicht auf unsere Bildbesprechung verzichten.



Eingerichtet an der Bar, die Laptops auf dem Schoß ging es los mit dem ersten Bild von Rainer und - ping. Eine Nachricht unserer Nordlicht-App. Tja - was machten wir dann wohl? Alle infomiert, rein in die Winterklamotten und ab in die kalte Nacht. Wir sausten mit dem Bus ein kleines Stück nach Osten, denn am Hotel war es zu hell. Mitten auf dem Weg suchten wir eine Haltemöglichkeit und beäugten kritisch den sternenklaren Himmel. Wo waren sie denn nun, die Nordlichter? Nachdem wir schon aufgeben wollten, machte Elena noch eine Langzeitbelichtung gen Osten - uuuund grün! Also auf zur Gletscherlagune! Wärend Carola und Jörg einfach nur den Sternenhimmel genossen und wahrscheinlich langsam kalte Füße bekamen, versuchten die anderen, das nur schemenhaft erkennbare Polarlicht einzufangen. Das war gar nicht so einfach, aber am Ende gelang es uns doch. Todmüde aber glücklich fuhren wir zum Hotel zurück und konnten nun endlich ins Bett. Morgen ist Gletschertag. Ich freu mich drauf!

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Der Tag der Wasser (und Schnee-)fälle

Hui - das war eine kurze Nacht. Punkt sieben saßen wir schon wieder zusammen beim Frühstück. Da mein Workshop dieses Jahr einen ganzen Monat später stattfindet wird es fast eine Stunde früher hell und unser erster Programmpunkt, Gewächshäuser in der blauen Stunde, in Hveragerði, mussten also auch nach vorn verlegt werden. Unsere Workshopteilnehmer standen superpünklich zur Abfahrt bereit und nach dem üblichen Tetris im Kofferraum (unsere Taschen unten, Hartschalenkoffer stehend gepuzzelt, Fotorucksäcke und Stative schonend oben sortiert und die Lebensmittelkiste - oh Mist...). In der Nacht ist es deutlich kälter geworden und es hatte geschneit.

Auf der Strecke war auch keineswegs angenehmes Fahren, denn aus dem schönen sonnigen Wetter der letzten Tage wurde heute ein böiger Wind, der Schneeschwaden über die ohnehin schon kaum erkennbare Straße trieb. Trotzdem gelangten wir wohlbehalten bei unseren Gewächshäusern an. Da heute Sonntag war, konnten wir uns allerdings nicht wie in den letzten Jahren telefonisch anmelden und so schlichen wir uns etwas verhalten auf das Gelände der dortigen Fachhochschule für Landschaftsbau. Jörg hatte sicherheitshalber einen Sixpack Bier unter den Pulli geklemmt, um eventuell aufgebrachte Gewächshausmitarbeiter zu besänftigen. Tatsächlich brauchten wir das nicht, denn wir waren völlig allein. Unsere Teilnehmer waren allerdings etwas irritiert. Verlassene Glashäuser, verfallene Wirtschaftsgebäude und ein bisschen orangenes Licht entsprach wohl nicht ihren Erwartungen von Islandfeeling. Doch nach einiger Zeit, entstand die von mir gewünschte Eigendynamik, das Eindenken in die Szenerie und das kreative Spiel mit den Gegebenheiten. So wurde jeder schnell gezwungen, seine Komfortzone zu verlassen - denn ein spektakuläres Naturschauspiel wie einen Wasserfall kann jeder leicht fotografieren - das Foto lebt durch das Dargestelle. Aber kreativer Bildaufbau macht ein interessantes Motiv und die Aufnahme spannend für den Betrachter. Ob Eiszapfen an einer Glasscheibe, die Spiegelung der Landschaft in einem der Fenster oder einfach eine verschneite Leiter auf einem Gewächshaus, unsere Fotografen wurden richtig kreativ. In den nächsten Tagen versuche ich an dieser Stelle noch einige Fotos von unseren Teilnehmers hinzuzufügen, um die entstandene Vielfalt zu demonstrieren.

Nach einem kurzen, leckeren  Lava-Brot-Stopp ging es endlich die Südküste entlang.  Gleißend helles Licht leuchtete uns den Weg und wir hielten Ausschau nach Islandpferden. Ich nutzte direkt die Gelegenheit um meinen Teilnehmern die Besonderheiten der verschiedenen Lichtrichtungen zu erklären. Gegenlicht, Seitenlicht usw. Zusammen wogen wir Vorteile und Nachteile ab und die Teilnehmer mussten an Beispielszenarien  die Vorgehensweise in der Theorie üben.  Immer wieder fing es an zu schneien und die tief hängenden Schneewolken, färbten den Himmel teilweise dramatisch blaugrau oder verstärkten die schwierigste Lichtrichtung des Gegenlichts noch mit farblosem Weiß. Auch da nutzen wir  die Zeit und übten den High-Key-Effekt mit weiß in weißen Landschaftsfotos. Dafür nutzten wir die Berglinie des berühmten Vulkans Eyafjallajökull.



Schon bald ging es zum ersten Wasserfall Urriðafoss und alle versuchten sich in langen Belichtungszeiten und nutzen teilweise zum ersten Mal ihre neuen Grau- und Grauverlaufsfilter. Es ist für mich immer wieder interessant zu sehen, wie die Teilnehmer sich fotografisch entwickeln, mutiger fotografieren, eigene Kompositionen suchen und auch die neuen Hilfs-und Gestaltungsmittel immer schneller und zielgerichteter benutzen können. Nachdem der erste Wasserfall im Kasten war, ging es direkt weiter mit dem zweiten, dem Seljalandfoss. Wieder einmal mussten wir mit vielen Touristen klarkommen und auch mit den besonderen Gegebenheiten vor Ort. Im Sommer kann man hinter dem Wasserfall das Becken umrunden, im Winter ist es trotz Spikes an den Füßen kaum möglich die vereisten Treppen zu betreten. Jedes Jahr wird der Wasserfall ein Stück mehr abgesperrt und unzugänglicher.

Schade, aber auch verständlich, wenn man den Leichtsinnigen und Verrückten zusieht, wie sie für ein gutes " Instagram Foto" die Vorsicht außer Acht lassen und sich in Gefahr bringen. Da schaut man dann auch mal gespannt hin und unterbricht das Fotografieren, wenn eine Touristin, ohne Spikes, die abgesperrte Eistreppe zu besteigen versucht um dann gleich auf der ersten Stufe auszurutschen und rückwärts hinzufallen. Schmerzvoll wälzt sie sich am Boden. Was hat sie bloß erwartet hat? Es ist abgesperrt. Noch interessanter wird das Schauspiel in der Ferne allerdings, wenn es die gleiche Frau auf der gegenüberligenden Treppe ein paar Minuten später gleich nochmal probiert..... Jetzt die spannende Frage !!! Schafft sie es diesmal? Neeeeeiiiiiin, natürlich nicht. Täglich grüßt das Murmeltier. Sie klettert über die Absperrung, betritt die erste Stufe ohne Spikes uuuuuund zack, rutscht sie aus und liegt wieder rückwärts am Boden. Wir können nur den Kopf schütteln und ich kann mir eine Bemerkung an der Stelle kaum verkneifen. " Es handelte sich dabei sicher um ein Fan des Disneyfilms " Frozen " und sie dachte sie könnte wie Eisprinzessin Elsa mit Leichtigkeit den steilen Aufstieg über die Treppe in de Eispalast nehmen. Wahrscheinlich hat sie innerlich noch gesungen: "Let it got, let it go.....". 

Jedoch verschwindet die Touristenbühne  und der Wasserfall bald hinter einem dichten Schneevorhang aus kleinen dicken Schneekügelchen. Keine sanften Flocken, wie wir sie kennen, auch keine Hagelkörner, wie wir sie leider auch kennen. Nein, es ist eine ganz andere Art, eben Islandschnee:-) Es kommt viel runter. Wir machen die letzten Aufnahmen und lassen die Kamera mit kurzen Belichtungzeiten schnell hintereinander die weißen Kugeln einfrieren und auf dem Foto festhalten. Was für ein Erlebnis. Innerlich wird es mir ganz warm ums Herz. Dass ist für mich Island im Winter, diese Glücksmomente, diese kurzen Augenblicke, an denen sich ein unbezahlbarer Moment zeigt um wenige Minuten später vorbei zu sein. Zugreifen, ausharren oder fluchtartig das Feld verlassen, alles ist möglich und jeder muss diese Entscheidung für sich selbst treffen.  Dieses Jahr sind alle mutig! Sie bleiben, genießen das Schauspiel, trauen der guten Technik und sicher auch mir, und belichten weiter, auch wenn schon dick der Schnee über dem Objektiv hängt. Es entstehen auch da immer wieder Motive, die es sonst so nicht geben würde und das macht es aus.

Direkt am Wasserfall öffnen wir noch unser Busbistro und erwärmen uns an warmer Nudelsuppe,  heißem Kaffe und Tee und naschen Knackwürstchen und Käsebrote mit Tomate und Gurke. So langsam tauen alle Gliedmaßen wieder auf und die Kameras werden liebevoll von allen mit den mitgebrachten Küchenhandüchern vorsichtig abgewischt und eingewickelt. Es wird sicher nicht das letzte Schnee- und Wassererlebnis beleiben.
Weiter geht es zu den Pferden. Zuverlässig stehen sie auf " unserer" Koppel wie jedes Jahr. Diesmal sind wir etwas später dran als sonst und die Tiere wurden schon gefüttert. Sie stehen alle mit dem Kopf zur Mitte im Kreis und mampfen genüsslich schön und frisch duftendes Heu. Man hört sie deutlich kauen und sonst nichts. Schön! Alle Farbschattierungen, von weiß, beige, braun, grau, schwarz, gemustert, gesprenkelt, gesträhnt und gemischt, stehen vor uns und strecken uns den Po entgegen. Hihi. Aber fotografisch problematisch, denn man hätte schon gerne Augen und Kopf im Fokus und nicht das Hinterteil. Am Abend beweist uns aber Elena, dass man aus dieser Situation heraus, dennoch bemerkenswerte Motive finden kann. In den nächsten Tagen seht ihr dazu mehr.
Rainer ging ganz gelassen zwischen die Tiere, die ihm auch folgerichtig einen Platz an der Futterstelle freimachten. Wir nutzten natürlich diese Lücke (zum Fotografieren selbstverständlich!) und konnten nun die malerischen Mähnen ins Visier nehmen.



Am späten Nachmittag erreichten wir dann den imposanten Skógafoss, dessen Wasserkaskade etwa 60 Meter tief auf den Boden fällt. Da wir heute an diesem Ort auch schlafen, konnten sich Carola und Doris schonmal im Hotel frisch machen, während unsere anderen beiden Teilnehmer so richtig in Fotolaune waren und trotz widriger Bedingungen ihre Kameras herausforderten.



Nach einem leckeren Abendessen setzten wir uns gemeinsam zu einer ersten Bildbesprechung zusammen. Ich war gespannt, was unsere Teilnehmer heute so alles fotografiert hatten und war richtig begeistert. Da ich mir immer möglichst unbearbeitete Bildserien zeigen lassen, konnte man deutlich erkennen, wie sich die einzelnen Teilnehmer manchmal an das Motiv herangearbeitet hattten.



Vor allem beim sehr breiten und unruhigem Urriðafoss war das deutlich zu sehen. Bei solchen Motiven, deren Abwechslungsreichtum den Betrachter überfordern, hilft es durch Beschränkung auf wenige Details, Ruhe ins Bild zu bringen und das ist den Meisten richtig gut gelungen.

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Iceland in a nutshell

Nach einer kurzen Nacht starteten wir heute unseren ersten richtig langen Fototag. Natürlich erst nach einem ausgiebigen Frühstück und großen Mengen Kaffee. Die Isländer sind übrigens selbst kaffeesüchtig und häufig erhält man daher das Heißgetränk umsonst, was nach langen kalten Fotosessions eine willkommene Auftauhilfe ist. Wir nehmen uns heute die Halbinsel Reykjanes vor und begeben uns damit zum aktuellen vulkanischen Hotspot. Hoffentlich geht alles gut. Die Warnungen auf vedur.is verhießen nichts Gutes, denn aufgrund plötzlichen Gasaustritts in einer der Lavahölen wurde von einem Besuch abgeraten. Wir versicherten uns nochmal beim Veranstalter, daß mit unserer Tour alles ok ist und brachen pünktlich auf nach Süden. Auf dem Weg zum Kleifarvatn machten wir einen Fotostopp an einer olfaktorisch herausfordernden Location, nämlich einem großen Hersteller für Trockenfisch. Soweit ich weiß, werden die getrockneten Fischköpfe vor allem nach Afrika exportiert.



Für uns stellten diese Leckerbissen vor allem ein Supermotiv dar und wir ließen die Kameras heißlaufen. Anschließend zogen wir auf verschneiten Straßen vorbei am Kleifarvatn, wo wir an herausragend schöner Aussicht unser Geburtstagsständchen für Jörg gaben. Das hat man auch nicht alle Tage! Im Geothermalgebiet Seltún ging uns fast schon ein wenig die Zeit aus, da wir pünktlich in der Lavahöle eintreffen mussten. Dennoch waren unsere Teilnehmer beeindruckt, denn heiße Quellen und blubbernde Schlammlöcher hat man zu Hause weniger, wenn man nicht gerade am Stromboli oder auf Hawaii wohnt.



Also hetzten wir an schönen Lavafeldern vorbei zur Lavahöhle, wo wir auch pünktlich zur Helm- und Spikesausgabe eintrudelten. Die Besichtigung der Höhle ist ein absoluter Touristenmagnet geworden, der auch von Wochenendbesuchern Reykjavíks gerne genutzt wird und so war unsere Gruppe ziemlich groß. Nach der obligatorischen Sicherheitsbelehrung und dem Funktionscheck der Helmlampe zogen also unsere tapferen Fotografen mit der Touristenkarawane aus, um das Erdinnere zu erkunden. Diese Lavahöhle mit dem schönen und unausprechlichen Namen Raufarhólshellir steht seit geraumer Zeit auf unserem Tourprogramm und stellt die meisten erstmal vor fotografische Herausforderungen. Zum einen verlangt die dunkle Umgebung das Arbeiten mit Stativ, was aber aufgrund des Gitterbodens der Laufstege nicht immer einfach ist. Zum anderen geht es weit in die Lava hinein und die Gruppe muss geschlossen vorwärts ziehen, so dass für die Einstellung der Kamera kaum Zeit ist. Entschädigt wird man allerdings durch die Stalagmiten aus Eis und die wunderschönen Farbenspiele an der Lavadecke. Außerdem war unser Führer recht geduldig mit uns, so dass wir genügend Extrazeit bekamen, um uns mit der Kamera auszutoben.


Nach der Höhle und der lange aufgeschobenen Biopause machten wir uns gleich wieder auf den Weg Richtung Westen. Schon auf der Fahrt fielen uns die spektakulären Wellen und Brecher an der Küste auf und einigen juckten sicherlich die Finger, um aus dem Auto rauszuspringen und ein paar Fotos zu schießen. Das hoben wir uns aber für die natürlichen Lavapools von Brimketill auf und das war genau richtig! Schon von weitem waren die haushohen Brecher an den Basaltbecken zu erkennen und nach dem Parken gab es kein Halten mehr für unsere Teilnehmer. Irgendwie schaffte es Carola mehrere Brecher mitzunehmen und auch mich erwischte es hin- und wieder. Das tat aber unserer Begeisterung keinen Abbruch, denn solch ein Naturschauspiel hatten die wenigsten von uns schon mal erlebt.



Anschließend nutzten wir die Gelegenheit, um unsere Proviantvorräte zu ein wenig zu plündern. Wie immer waren wir mit einer breiten Auswahl an Leckereien im gesamten Geschmacksspektrum ausgestattet, wobei man fairerweise zugeben muss, dass YumYum-Nudelsuppe mit lauwarmen Wasser uns nicht wirklich goutierte. Uns blieben danach nur noch wenige Minuten, um der spektakulären Fumarole Gunnuhver einen Besuch abzustatten bevor wir - nun hoffentlich zum letzten Mal - einen Abstecher zum Flughafen machten, um unsere kleine Truppe mit Teilnehmer Rainer zu komplettieren und den Tag in der blauen Lagune ausklingen zu lassen. Fotos und Ende der Geschichte folgen noch. Es ist nämlich jetzt schon halb zwei morgens und wir müssen nun wirklich ins Bett. Den morgigen Start habe ich noch eine Stunde vorverlegt. Oh Mann, was habe ich mir dabei nur gedacht?

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Reise mit Hindernissen

Hallo zurück zu unserem offiziellen Workshop-Start mit unserer abendlichen Tour durch Reykjavík. Vorher haben wir allerdings noch Einiges zu erledigen wie Taschen umpacken, einkaufen und unseren Reiseblog vorbereiten. Carola und Doris nutzten die Zeit und begaben sich auf eine Streiftour durch die Stadt. Das Wetter ist wunderbar mit ein paar Wolken, wenig Wind und wunderbarer Sicht, so wie sie man nur im Winter erleben kann. Eigentlich war geplant, unser nächstes Tourmitglied, nämlich Elena, am Nachmittag in Empfang zu nehmen. Doch daraus wurde erstmal nix, denn Elena legte einen unfreiwilligen Besichtigungstag am Kopenhagener Flughafen ein, nachdem ihr Flugzeug wegen eines technischen Defekts erst 6 Stunden später als geplant weiterfliegen konnte.

Unsere Räum-und Schreibaktionen nahmen uns so sehr in Anspruch, dass wir ein wenig die Zeit aus den Augen verloren hatten. Trotzdem musste der Einkauf noch erledigt werden, denn Fotografieren im eisigen Wind macht irgendwann hungrig und ein warmes Süppchen unterwegs, lässt die kalten Zehen und Finger schnell vergessen. Wir schwangen uns also in unser Reisevehikel und machten uns kaum Hoffnung, die ausgemachte Zeit für das Abendbrot noch zu schaffen. Sicherheitshalber überprüften wir nochmal die Strecke zum Bonus, dem isländischen Discounter, denn unser Versorgungszentrum lag auf halber Strecke zum Flughafen. Zumindest dachten wir das. Etwas überrascht stellten wir fest, dass der nächste Laden quasi auf der Rückseite unseres Hotels liegt und so konnten wir nach 200 Metern rasanter Fahrt das Fahrzeug auch schon wieder verlassen. Ich glaube, die Leute vor der Hotelrezeption, die auf den nächsten Bus warteten, werden sich etwas gewundert haben.

Ausgestattet mit Reiseproviant und Ersatz für einige daheim gebliebene Artikel des täglichen Bedarfs (Tannkrem für uns und Mousse für Carola) machten wir uns dann pünklich auf zum Abendessen, leider ohne Elena, die wahrscheinlich zum zehnten mal das Innenleben des Flughafens Kopenhagen inspizierte. Da dieser Zeitpunkt auch den Start des Workshops markierte, legte sich Carola mächtig ins Zeug, um einige grundlegende Fragen rund ums Fotografieren zu diskutieren. Ich weiss nicht genau, wie es passierte, aber irgendwann ertappte ich uns dabei die hyperfokale Distanz anhand eines Arrangements unserer Biergläser zu veranschaulichen.

Aber natürlich wollten wir noch etwas Praxis erleben und machten uns bald auf, um Reykjavík im Dunkeln zu erkunden. Dieser Einstieg in den Workshop stellt nicht Wenige vor Herausforderungen. Zum einen sind die Lichtverhältnisse schwierig und zum anderen macht das Agieren im Dunkeln die Bedienung von Kamera und Stativ schwierig.



Zum Glück war es heute praktisch windstill und so konnten die ersten Fotolektionen in Ruhe angegangen werden. Nach der Sonnenfahrt und der Harpa war noch etwas Zeit für die Perlan, den Wasserspeicher Reykjavíks, der mit dem 85°C heißen Geothermalwasser die Stadt mit Energie versorgt aber keineswegs ein reiner Zweckbau ist. Vor allem das Farbenspiel der Außenfassade, die futuristische Glaskuppel und die Aussichtsplattform mit 360° Rundumsicht machen das Gebäude zu etwas Besonderem.



Das Innere beherbergt das Saga-Museum sowie zwei Restaurants. Müde und ein wenig durchgefroren setzten wir Carola und Doris am Hotel ab und begaben uns zum Flughafen, wo nun endlich Elena ihren langen Reisetag beschließen sollte. Und tatsächlich, nach einer Reisezeit, in der man auch locker mit einem VW Käfer von Klein-Wulferode nach Barcelona hätte fahren können, tauchte Elena in der Ausgangstür des Flughafens auf und wurde herzlichst von uns empfangen. Sie war auch die Erste, die unser eingebautes Bus-Bistro genießen konnte und versorgte sich erstmal mit Wurst und Brot, während wir zum Hotel düsten.

Zwischen Flughafen und Reykjavík liegt eine relativ dunkle Strecke entlang der Bucht von Reykjavík. Ideal um eventuell auftauchende Wale (im Wasser) oder Nordlichter (über dem Wasser) zu entdecken. Und tatsächlich! Schwach aber dennoch deutlich zu sehen, tanzten ringförmige Lichter am dunklen Firmament. So musste die arme Elena noch eine weitere Unterbrechung erleben, denn das ließen wir uns nicht entgehen und machten eine Fotopause auf einer Seitenstraße. Leider ließ das Polarlicht in demselben Maße nach wie der Wind zunahm und bald gaben wir auf und fuhren nun endlich ins Hotel. Morgen wartet schon die Halbinsel Reykjanes auf uns und wir begeben uns ins Zentrum des derzeit mächtig rumorenden Vulkans an der Südwestküste. Ich bin gespannt!

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Willkommen zurück in Island 2020!

Hallo und herzlich willkommen liebe Islandfreunde und Fotoliebhaber,

schön, dass ihr wieder dabei seid und meinen hoffentlich spannenden Reisebericht wieder verfolgt.
Dieses Jahr mussten wir erstmal ein paar Hürden nehmen, bevor es überhaupt losgehen konnte. Viele Interessenten hatten sich gemeldet, aber zum geplanten Termin, konnten die wenigsten. Ganz ausfallen lassen wollten wir es nicht, also wurde mit einigen hartnäckigen Teilnehmern ein neuer Termin gesucht und neu geplant. Gar nicht so einfach, passende Übereinstimmungen zu finden:-) Aber Kristin Leske - photography macht alles möglich und wir haben jetzt eine neue Art des Exklusiv-Fotoworkshops erfunden. Den Staffelstart:-) !!!


Wir starten am Donnerstag, den 20.02.2020 nach Island und treffen am Flughafen in Island direkt schon auf die ersten zwei Teilnehmerinnen aus der Schweiz, Carola und Doris. Dann stößt am Freitag Nachmittag 21.02.2020 Elena zu uns  und werden uns wie immer direkt nach dem Abendessen auf die Nachttour nach Reykjavik machen. Den ersten vollen Workshoptag, Samstag 22.02.2020, verbringen wir diesmal mit dem eigentlich letzten Tagesprogramm - dem Reykjanes Gebiet. So können wir den Tag fotografisch aber voll ausnutzen und schaffen es auch gegen Nachmittag unseren letzten Workshopteilnehmer Rainer am Flughafen aufzupicken.  Das ist zumindest der Masterplan für den Start - mal sehen, ob alles nach Plan verläuft.

 

Jaaaaa, es hat endlich geschneit. Nach wochenlangen Regen und vielen Stürmen, ist Island endlich weiß und wir hoffen, dass es so bleibt! Seit Anfang Dezember verfolgen wir täglich die isländischen Karten und checken Wetter, Polarlichter und natürlich auch die Vulkanaktivität. In diesem Jahr gibt es nämlich Ungewöhnliches zu berichten. Mitte Januar kam die sorgenvolle Nachricht- erhöhte Vulkanaktivität auf Island im Rekjanes Gebiet. Das sicherlich am meisten bewohnte Gebiet hat sich am Berg Thorbjorn um mehrere Zentimeter gehoben, wahrscheinlich, weil sich Magma darunter sammelt. Diese Ereignisse werden durch eine erhöhte Erdbebenaktivität begleitet. Nahezu jeder Natur und Landschaftsfotograf möchte mal aus sicherem Abstand einen Vulkanausbruch fotografieren. Das gebe ich von meiner Seite her offen und ehrlich zu, aber als Veranstalter einer Fotoreise, schaut man doch etwas sorgenvoll auf solche Nachrichten weil ich natürlich für die Sicherheit und auch den ganzen Ablauf verantwortlich bin und ein solches Naturschauspiel schwer einzuplanen und abzuschätzen ist. Also heisst es sich täglich zu informieren.




Endlich ist es soweit - einen ganzen Monat länger , als in den letzten Jahren, mussten wir alle auf Island warten.....aber jetzt geht es los. Unser Fotoworkshop startet bald und alle Teilnehmer machen sich so langsam auf den Weg.  Jedes Jahr machen wir uns auf die Suche nach den Thermosocken und der Merinounterwäsche, aber so nach und nach wandern WalkieTalkies, Mikrofone, Kabel, Festplatten, Stative und jede Menge Fotoausrüstung in die Taschen und finden Ihren angestammten Platz . Diesmal haben wir eine ganze Reisetasche weniger dabei und hoffen, dass uns das etwas entlastet. Ständig habe ich aber am Flughafen das Problem, dass ich mich immer wieder umschaue und die Gepäckstücke durchzähle und der Meinung bin, dass etwas fehlt. Offensichtlich hat sich das in den letzten Jahren automatisiert. 2 große Reisetaschen, zwei Laptops, zwei Foto- und DrohnenTaschen und noch ein großer Rucksack müssen erst mal gehandelt werden. Wir fliegen diesmal von München aus. Schon über den gut sichtbaren Färöer Inseln wird die Vorfreude so groß, dass ich mich auf meinem Sitzplatz am Fenster kaum ruhig halten kann. Mit der Kamera an der Scheibe klebe ich am Fester und warte angespannt auf die erste Sicht auf die Küstenlinie.



Über uns ist eine dicke Wolkendecke unter uns ziehen immer wieder einige dichte Wolkenfetzen vorbei und ganz plötzlich liegt traumhaft beleuchtet die Südküste Islands vor uns und verzaubert mich aufs Neue. Als würde Island liebevoll zu mir sagen" Verið velkomin aftur til Íslands - Herzlich willkommen zurück in Island" .


Eine kleine Einstimmung zum Start unseres diesjährigen Fotoworkshop im Winterwunderland Island


Klare Sicht bis zur Gletscherlagune, über die Sanderflächen, den Hvannadalshnúkur ['kʰvanːataˑlsˌn̥uːkʏr̥] , das Vulkanmassiv des Öræfajökull und natürlich den risigen Plateaugletscher Vatnajökull. Er ist der größte Gletscher Islands und zudem außerhalb des Polargebiets auch der größte Europas.  Es rollt sogar ein kleines Freuden-Islands-Wiedersehens-tränchen bei mir und meine Vorfreude steigert sich ins unermessliche. Solche grandiosen Blicke von oben sind selten und ich weiß es zu schätzen! Kurze Bemerkung am Rande.... die rechte Seite im Flugzeug ist die Bessere im Landeanflug auf Island. Jörg saß diesmal leider weiter hinten auf der linken Seite, aber auch er hatte eine wundervolle Sicht über das weiße Land.



 

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