Blogs von Kristin Leske - photography

Fotostories, Bilder und Videos von Kristin

Fantastisch : Polarlicht zum Einstieg

Nach einer kurzen aber ruhigen Nacht ging es heute ganz zeitig um 7 Uhr zum Frühstück. Nachdem wir alle verfügbaren Möglichkeiten durchgesprochen hatten, haben wir uns entschieden, den Tag leicht gestrafft so durchzuziehen wie geplant. Gegen Nachmittag wollten wir dann die Sturmflieger in Keflavik am Flughafen einsammeln und am Abend gemeinsam am Skogarfoss stehen. Das hat natürlich unsere kleine Workshopgruppe vor Ort gefreut und so machten wir uns sogar überpünktlich mit 8 Minuten Vorsprung auf die Piste in Richtung Süden.

Voller Tatendrang ging es tief im Dunkeln Richtung Hveragerði und ich stimmte die Teilnehmer schon mal über das Mikrofon (ja wir lernen auch dazu) auf die fotografischen Gegebenheiten vor Ort ein. Nach nur 45 Minuten hatten wir den Ort erreicht und es ging direkt mit Stativ und Kamera bepackt an die richtige Belichtung der beleuchteten Gewächshäuser. Sehr bedacht keine Spuren in den Schnee zu treten haben sich die Workshopteilnehmer sehr rücksichtsvoll immer wieder abgesprochen, wer wo stehen möchte und wie man sich positionieren kann, so dass man niemanden behindert. Was bei 3 Teilnehmern noch gut funktioniert wird bei 7-9 Fotografen durchaus zu einer logistischen Meisterleistung.



Der eiskalte Wind zog seine Bahnen über dem Schnee und schob uns immer wieder eisige Wolken über das Motiv. Leider nur nicht immer zur richtige Zeit und so mussten wir Fotografen auf Wind hoffen oder uns selbst Wind machen. Der Himmel färbte sich langsam von schwarz zu dunkelblau und der erhoffte Effekt von gelb-orange beleuchteten Gewächshäusern verstärkte sich in der blauen Stunde auf das Maximum.


Nach einer kurzen Rast im von einer Erdbebenspalte durchzogenen Einkaufszentrum von Hveragerði fuhren wir auf der Ringstraße weiter Richtung Seljalandsfoss. Der schöne Wasserfall liegt direkt an der Ringstraße und besteht eigentlich aus 3 Wasserfällen, die in einigem Abstand an einer Felswand hinabstürzen. Da alle guten Dinge offenbar 3 sind, gibt es auch 3 Besonderheiten. Zum einen befindet sich der Besucher nicht oberhalb des Wasserfalls, sondern dort wo die Wassermassen mit ungeheurer Wucht auf den Boden treffen. Außerdem ist es im Sommer möglich, um den Wasserfall herumzugehen.



Der vereiste Klettersteig war allerdings gesperrt. Die dritte Besonderheit ist schon fast ein kleines Geheimnis. Denn der letzte der Wasserfälle stürzt innerhalb eines Canyons nach unten, den man im Sommer betreten kann und ein ausgesprochen malerisches Motiv ergibt. Allerdings ist die Beleuchtung im Winter ungünstig, da der Wasserfall auf der der Sonne abgewandten Seite liegt und durchaus eine fotografische Herausforderung darstellt. Die steigende Anzahl der Touristen kommt erschwerend hinzu. Es wurde mit Graufiltern und Big Stoppern experimentiert, auf dem eiskalten Boden gerobbt um zugefrorenen Gräser im Detail darzustellen und über die Schönheit der Natur gestaunt. Allerdings ist uns aufgefallen, dass es zu den letzten Jahren eine Veränderung gibt, die Isländer haben durchaus erkannt, was Touristen brauchen und reagieren dementsprechend. Sie brauchen vor allem mehr Regeln – es gibt mehr Schilder und einen Parkticketautomat für stolze 700 ISK. Aber sollten die Touris frieren oder Hunger haben ist auch gesorgt, neuerdings gibt es eine Souvenir und Pulloverhütte und einen Imbisswagen. Was mir vor 10 Jahren in Islands Natur völlig undenkbar schien, ist jetzt die Realität.

Weiter ging es im Eiltempo entlang der Südküste zu einer ganz besonderen Pferdeweide. Der Besitzer ist Besuchern nicht abgeneigt, vertraut seinen Pferden offensichtlich sehr und lässt seine große Herde schon seit vielen Jahren auf der Weide mit offenem Gatter grasen. Die besten Voraussetzungen also um schöne Pferdebilder ohne störenden Zaun zu bekommen. Was anfänglich ganz einfach aussah, stellte sich doch als schwieriger heraus, da die Tiere ein unglaubliches Interesse an uns zeigten, mehrere große Pferde mit kleineren Fohlen kamen ganz nah heran, gingen auf Tuchfühlung, beschnüffelten, beknabberten und beschleckten und die Teilnehmer mussten schnell umdisponieren und sich auf Nahfotografie und Weitwinkel einstellen. Wir waren umzingelt von den schönen und neugierigen Tieren und überall sah man nur dickes Fell zwischen strahlenden Touristen und Fotografen stehen. Was für ein wunderschönes Erlebnis. Als Dank hatten sich die stolzen Islandpferde ein Eis ausgesucht ; Marke festgefrorener Kotflügel und Scheibenwischer. Für uns also eine kostenlose Autowäsche.



Anschließend ging es weiter zum Skogafoss, wo wir mit den Teilnehmern eine weitere Fotosession einlegten den leeren Bus zurück nach Reykjavik schickten, um endlich den Rest unserer Gruppe abzuholen.



Nach einem leckeren Abendbrot und einer lockeren Vorstellungsrunde waren alle noch bereit, unseren spannenden abendlichen Programmpunkt zu absolvieren. Und das hat sich mehr als gelohnt. Der Skogafoss liegt in einem Felsenkessel und ist ebenfalls ebenerdig zu erreichen. Gegen 22 Uhr sattelten wir gewissermaßen unsere Fotorucksäcke und begaben und gespannt Richtung Wasserfall der in der stockdunklen Nacht kaum auszumachen war. Nach einigem Hin und Herr und sortieren von Stativen, Teilnehmern und Touristen probierten wir uns an Fotos mit Langzeitbelichtung, die den Wasserfall recht spektakulär zu Geltung brachten. Und dann kam neben dem fantastischen Firmament als Krönung des Tages und zur Begrüßung unserer neuen Teilnehmer ein wunderbares Nordlicht über den Rand gekrochen. Optimal war, dass die meisten bereits ihre Kameraeinstellung gemacht hatten und ungetrübt den Ausblick genießen konnten.



Was für ein Abschluss. Morgen geht’s Richtung Gletscherlagune. Ich bin gespannt, was uns dieser Tag bringen wird.

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Zu viel Schnee ...

Tatsächlich – irgendwann in der Nacht ist der Regen in Schnee übergegangen, so dass uns heute Morgen eine dicke Schneedecke erwartet hat. Bis ich meine Teilnehmer am Nachmittag vom Flughafen abhole ist noch etwas Zeit und der Tag beginnt mit einem ordentlichen Frühstück. Es ist in Island übrigens üblich, zum Frühstück verschiedene Heringssalate zu reichen, häufig mit Curry und gesüßt oder mit roter Bete, Nelken und Zwiebeln. Ich kann nur empfehlen, diese zu probieren.

Gegen Mittag schnappten wir uns den Tourbus und befreiten ihn mangels eines besseren Werkzeugs mit einer alten Telefonkarte von Eis und Schnee. Merke – Mietautos in Island haben zwar Spikes an den Rädern aber keinen Eiskratzer an Bord. Der Himmel hatte inzwischen eine bedrohliche Schwarzfärbung angenommen und bildete einen fotografisch interessanten Kontrast zur schneebedeckten Landschaft. Was fotografisch interessant ist, muss nicht notwendigerweise gut für den Verkehr sein und folgerichtig brach wenig später ein regelrechtes Unwetter los. Zum Flughafen ging es nur noch im Schneckentempo vorwärts und wir waren froh, den schemenhaften Umrissen des Vordermanns folgen zu können.


 


Statt 45 Minuten brauchten wir die doppelte Zeit nur um festzustellen, dass unsere Schneetour völlig umsonst war. Was war geschehen? Nachdem wir zwischendurch immer wieder die nach hinten rückende Ankunftszeit unserer 4 Teilnehmer aus Frankfurt verfolgten, sorgte bald ein kleines Detail für Irritationen. Statt Ankunft in Reykjavik stand plötzlich als Zielflughafen wieder Frankfurt am Display.


 


Wie wir später erfahren sollten, wurden unsere armen Teilnehmer nach ein paar Schleifen über Island aufgrund des schlechten Wetters wieder nach Frankfurt zurückgeflogen. Von Frankfurt nach Frankfurt in nur 8 Stunden! Morgen müssen wir daher ein bisschen umplanen. Nach ein paar Stunden schafften es zumindest Sabine und Jörg aus Zürich zu landen und mit uns ins Hotel zu fahren. Inzwischen hatte der Schneesturm nachgelassen und Reykjavik begrüßte uns zwar mit Wolken aber glasklarer Sicht. Willkommen in Island! Daher beschlossen wir nach einem kurzen Abendessen uns mit Kamera, Stativ und Bus in die Stadt zu begeben und die ersten Fotoaufnahmen zu machen. Für mich ist das die ideale Gelegenheit, die fotografischen Seiten der Teilnehmer kennenzulernen. Für die Teilnehmer, die Eignung ihrer Kleidung zu prüfen.



Nach einer kurzen Einstimmung am Sonnenschiff, konnten wir uns tatsächlich an der Harpa austoben und stimmungsvolle Langzeitbelichtungen mit Spiegelung ausprobieren. Den Abend beschlossen wir dann an der Hallgrímskirkja, dem höchsten Kirchengebäude Islands und natürlich auch das Wahrzeichen von Reykjavik, die übrigens gar nicht so leicht abzulichten ist. Morgen müssen wir früh das Hotel verlassen, damit wir unser Tagespensum schaffen, bevor wir unsere in Frankfurt gestrandeten Teilnehmer hoffentlich einsammeln können.


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VELKOMIN TIL ÍSLANDS!

Es geht los! Ich bin unterwegs nach Island. Vollgepackt mit Kameraausrüstung, Vorfreude und Erwartungen – und okay ein bis zwei warmen Pullovern. Insgesamt habe ich etwa 90 Kilogramm Gepäck dabei. Das ist wohl das Los eines Fotografen, der lieber ein Objektiv als eine Socke mehr mitnimmt.



Letzte Wochen sind heftige Winterstürme über Island hinweggefegt. Immer noch soll es sehr stürmisch sein und der wunderbare isländische Wetterbericht abzurufen über vedur.is gibt gerade im Süden und der Region um Reykjavik noch Warnungen heraus. Also alles gut. Wer aufmerksam die Nachrichten aus Island gelesen hat, konnte die Auswirkungen des auch für Island extremen Wetters in Berichten über Unfälle und Rettungsaktionen für im Schnee festsitzende Touristen verfolgen. Unter anderem gab es einen tödlichen Unfall mit einem Reisebus, nachdem dieser einem anderen Touristenauto ausweichen musste, dessen Insassen sich die Ringstraße als Parkplatz ausgesucht hatten. Auf der einzigen Straße, die rund um Island führt, ist Halten verboten und um ehrlich zu sein, meist ist es auch nicht möglich den Rand der schmalen Straße zu befahren. Fotografen wie wir, müssen die nächste Haltebucht oder Einfahrt abwarten, um halten zu können. Sicherheit geht vor!

Aber es gibt natürlich immer wieder Abenteurer, die eine extreme Herausforderung suchen. Beispiel gefällig ? Hier findet ihr einen Link zum Film „Under an Artic Sky“ über eine Gruppe von Surfern, die auf der Suche nach der besten Welle sind. In Island. Vor einem großen Sturm. Im Winter. Wen die Story nicht interessiert, der sollte sich zumindest die Bilder anschauen. Island im Winter ist großartig!

Ich bin ganz froh, dass es diese Woche sehr viel besser aussehen soll auch wenn ein Blick aus meinem Hotelzimmer wenig vielversprechend aussieht. Es regnet stark. Mit unserem ersten Teilnehmer, Henning, habe ich schon ein Begrüßungsboli (isländisches Bier) getrunken und ein leckeres Abendbrot gegessen.



Gleich werde ich noch ein paar Vorbereitungen für unseren Workshop treffen bevor es dann endlich ins Bett geht. Ich bin auf unsere Teilnehmer gespannt und freue mich auf morgen. Wenn der Wetterbericht stimmt, wache ich morgen auf und alles ist weiß – der perfekte Einstieg in unseren Winter-Fotoworkshop.

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